| 00:00 Uhr

Zum Tod des Galeristen Axel Walzinger

Saarlouis. Der Galerist Axel Walzinger ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Von 1980 bis 2014 zeigte seine Galerie, die er mit seiner Frau Anita leitete, Konkrete Kunst und machte stets Entdeckungen. Sabine Graf

Der Weg ist wichtig, nicht das Ziel, hatten Anita und Axel Walzinger einmal erklärt, als 1990 ihre Galerie zehn Jahre bestand. Nach Anfängen mit Kunst aus der Region und den damals allerorts beliebten fantastischen Bildwelten ging das Paar nicht auf breitgetretenen Pfaden weiter, sondern begann nach etwas zu suchen, was die Wahrnehmung herausforderte. Ihre Galerie erschloss sich neue Bildwelten, ergab sich dem Abenteuer des Sehens und wurde zu einer national wie international respektierten Programmgalerie für Konkrete Kunst.

Damit legte sich die Galerie seit Mitte der 1980er Jahre die Messlatte hoch und forderte die Wahrnehmung heraus. Walzinger stand für einen festen Künstlerstamm von Leo Erb, Leo Kornbrust , Erich Reusch , Peter Vogel, Klaus Steinmann und Hartmut Böhm. Die Galerie förderte ihre Künstler, indem sie deren Entwicklung über Jahre begleitete. Der ihnen anvertraute Nachlass der in Wallerfangen geborenen Eva Niestrath fand in Ausstellungen seinen Platz, wie auch die Bilder des Saarlouiser Malers Victor Fontaine.

Axel Walzinger verstand es, Konkrete Kunst so zu zeigen, dass Verstand und Gefühl gleichermaßen versorgt waren. Es war die Freude an der Kunst und das damit verbundene Entdecken, das ihn antrieb. Auch als ein Herzinfarkt im Jahr 2006 und die damit verbundenen schweren gesundheitlichen Einschränkungen ein unabhängiges Leben merklich einschränkten, ging der Galeriebetrieb weiter. Ein Leben ohne Kunst schien undenkbar und war es am Ende doch, als die Galerie nach 35 Jahren im vergangenen Jahr schloss, als die Krankheit jegliche Schaffenskraft im lebensfrohen und liebenswerten Galeristen nach und nach auslöschte.

Nach fast zehn Jahren währender schwerer Krankheit ist Axel Walzinger im Alter von 70 Jahren bereits am 20. April verstorben. Damit ist ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der saarländischen Kunstgalerien geschlossen. Doch die Lebensleistung des Galeristen Walzinger bleibt über die Zeit bestehen und soll nicht vergessen sein. Denn Menschen, die das Wagnis Galerie professionell über Jahrzehnte erfolgreich angingen, gab es in diesem Land nur selten.