Zulieferer specken ab

Zulieferer specken ab

Saarbrücken. "Für Automobilzulieferer brechen mit der sinkenden Konjunktur wieder härtere Zeiten an." Das sagte Klaus-Jürgen Schmidt gestern im Rahmen des Herbstforums "Automotive Prozesse und IT" in Saarbrücken.Die Konjunktur lahmt - und damit auch die Nachfrage. Die Autohersteller geben den steigenden Druck an die Zulieferer weiter

Saarbrücken. "Für Automobilzulieferer brechen mit der sinkenden Konjunktur wieder härtere Zeiten an." Das sagte Klaus-Jürgen Schmidt gestern im Rahmen des Herbstforums "Automotive Prozesse und IT" in Saarbrücken.Die Konjunktur lahmt - und damit auch die Nachfrage. Die Autohersteller geben den steigenden Druck an die Zulieferer weiter. "Das ist die Situation, in der die Zulieferer noch einmal sehr genau ihre Prozesse untersuchen", sagt Schmidt, dessen "Institut für Produktions- und Logistiksysteme" (IPL) das regelmäßige Forum für Autohersteller und -zulieferer veranstaltet.Der Automobillogistik-Experte Schmidt beobachtet angesichts der jüngsten Entwicklungen eine weit größere Transparenz in den Unternehmen. "Die Ziele sind klarer und werden viel offener in der Firma kommuniziert. Das ermöglicht eine erhebliche Prozessoptimierung." Klaus Lellig, Geschäftsführer der Aluminium-Gießerei Nemak in Dillingen, die Motorblöcke und Zylinderköpfe fertigt, sieht in verbesserten Prozessen erhebliches Potenzial. "Wenn es gelingt, Engstellen in der Produktion zu erkennen und zu eliminieren, kann wertvolle Produktionszeit eingespart werden." Bei Nemak hat eine Analyse des Fertigungsprozesses einen solche Engstelle aufgedeckt, die den Prozess um wenige Sekunden verzögert hatte. "Bei einer Produktionszeit von 50 Sekunden sind vier Sekunden ein hoher Anteil", sagt Lellig. "Das sind Früchte, die sehr leicht zu ernten sind."Manchmal sind die Veränderungen aber auch größerer Natur. Der Zulieferer Mahle, Spezialist unter anderem für Kolbensysteme und Zylinderkomponenten, nimmt sogar komplette Werksverlagerungen in Kauf.Die richtige Standortwahl hält auch Experte Schmidt angesichts hoher Energie- und Transportkosten für entscheidend. Dabei zählt gerade bei den stahlverarbeitenden Betrieben nicht nur die Nähe zum Kunden, sondern auch die zum Erzeuger - ein deutliches Plus für den Standort Saarland.

HintergrundAuf dem Herbstforum "Automotive Prozesse und IT" treffen sich mehr als 150 Experten und Vertreter der Autoindustrie in der Congresshalle Saarbrücken. Ziel der regelmäßig stattfindenden Kongresse ist es, innovative Lösungen und Vorgehensweisen in der Logistik anhand von Erfahrungsberichten aus der Automobilindustrie aber auch anhand externer Fachbeiträge zu diskutieren. jwo