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berliner notizen
Zipfelmützen und Ordnungsrufe

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Alexander Dobrindt ist für seinen beißenden Spott bekannt. Dieser Tage war es mal wieder soweit. Da lästerte der CSU-Landesgruppenchef im Allgemeinen über die SPD und im Besonderen über den Juso-Chef Kevin Kühnert.

In der Politik gebe es kein Vakuum, so Dobrindt, „es wird immer gefüllt. Das sieht man an Kevin Kühnert, dem Chef der Zipfelmützen in der SPD.“ Zipfelmütze? Wieso das? Wegen Kühnerts Anti-Groko-Kampagne hatte Dobrindt doch schon vom „Zwergenaufstand“ in der SPD gesprochen. Deshalb. Er kann’s nicht lassen.


Andreas Scheuer, Verkehrsminister, musste jetzt das erleben, was tausende Bahnkunden jeden Tag mitmachen müssen: Ihr Zug fällt aus oder er kommt zu spät. So stand sich auch Scheuer am Berliner Hauptbahnhof die Beine in den Bauch. Vergeblich, denn sein ICE wurde kurzfristig vom Gleis genommen.  Aber gut, für einen Minister gibt es prompt eine Alternative. Denn wegen der Panne durfte Scheuer auf einen Hubschrauber umsteigen. So kam er nur leicht verspätet zu einem Termin in Hannover. Nur kein Neid...



Stefan Müller, Parlamentsgeschäftsführer der CSU, referierte am Dienstag über die pralle Tagesordnung des Bundestages. Zum Teil bis spät in die Nacht würden die Abgeordneten debattieren, so Müller. Auch am Freitag gehe es wegen einer Aktuellen Stunde bis zum frühen Abend. Sonst werden am letzten Tag der Parlamentswoche meist mittags die Pforten geschlossen. „Dann müssen die ganzen Vorabendserien im Zweifel eben entfallen“, witzelte Müller in der Hoffnung auf eine Live-Übertragung bei ARD und ZDF. Soweit kommt das noch.

Apropos Bundestag: Seit die AfD im Parlament vertreten ist, geht es heftiger zur Sache unter der Reichstagskuppel. Das zeigt sich auch daran, dass laut Verwaltung die Zahl der Ordnungsrufe schon extrem hoch ist: Nach einem Jahr neu gewählter Bundestag gab es bereits sieben, in der gesamten letzten Legislaturperiode nur zwei. Vier der sieben Ordnungsrufe gingen übrigens auf das Konto der… AfD.