Zehn Lolas für "Das weiße Band"

Zehn Lolas für "Das weiße Band"

Berlin. Spätestens seit Freitagabend kann Michael Haneke den verpassten Oscar wohl verschmerzen. Der österreichische Regisseur ging mit 13 Nominierungen als großer Favorit ins Rennen um den Deutschen Filmpreis - und mit zehn Lolas auch als großer Gewinner aus der Gala heraus. "Das weiße Band" bekam im Friedrichstadtpalast in Berlin nicht nur den Preis für den besten Film

Berlin. Spätestens seit Freitagabend kann Michael Haneke den verpassten Oscar wohl verschmerzen. Der österreichische Regisseur ging mit 13 Nominierungen als großer Favorit ins Rennen um den Deutschen Filmpreis - und mit zehn Lolas auch als großer Gewinner aus der Gala heraus. "Das weiße Band" bekam im Friedrichstadtpalast in Berlin nicht nur den Preis für den besten Film. Haneke wurde auch für die beste Regie und das beste Drehbuch geehrt. Burghart Klaußner erhielt den Preis für die beste männliche Hauptrolle, Maria-Victoria Dragus für die beste weibliche Nebenrolle. Zudem heimste der Film die Lolas für die beste Kamera, die beste Tongestaltung, das beste Szenenbild, das beste Maskenbild und das beste Kostümbild ein. "Das weiße Band" erzählt von mysteriösen Unfällen in einem norddeutschen Dorf vor dem Ersten Weltkrieg. Der Film wurde bereits mit der Goldenen Palme in Cannes, dem Europäischen Filmpreis und dem Golden Globe gekürt. Bei den Oscars war die deutsch-österreichisch-französisch-italienische Koproduktion indes leer ausgegangen.Sibel Kekilli ("Gegen die Wand") bekam für ihre Rolle in dem Drama "Die Fremde" die Lola für die beste weibliche Hauptrolle - und schlug damit unter anderen Susanne Lothar ("Das weiße Band") aus dem Rennen. Kekilli spielt in dem Film, der das Thema Ehrenmorde behandelt, eine junge Türkin, die vor ihrem Ehemann flüchtet. Die Schauspielerin hatte offensichtlich keine Dankesrede vorbereitet und entschuldigte sich auf der Bühne mit den Worten: "Ich rede nur Mist, ich brauche einen Arzt." Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt 2,8 Millionen Euro dotiert und wurde in 16 Kategorien vergeben. Der Ehrenpreis ging an den Produzenten und Regisseur Bernd Eichinger ("Der Baader Meinhof Komplex"). ddp