Yavis hilft, wenn es in der Firma kriselt

Yavis hilft, wenn es in der Firma kriselt

Blieskastel. Wenn es im Team kriselt, wenn es zwischen Chef und Mitarbeitern stets zu Konflikten kommt, dann sind Silke Neiss und Moritz Horvath von der Beratung Yavis gefragt. "Wir ermöglichen einen anderen Blick auf die Systeme, das hilft oft", sagt Neiss

Blieskastel. Wenn es im Team kriselt, wenn es zwischen Chef und Mitarbeitern stets zu Konflikten kommt, dann sind Silke Neiss und Moritz Horvath von der Beratung Yavis gefragt. "Wir ermöglichen einen anderen Blick auf die Systeme, das hilft oft", sagt Neiss. Neiss und Horvath, beide Psychologen, sind in den unterschiedlichsten Feldern aktiv: Konfliktberatung, Teambildung, Coaching, Beschwerdemanagement - die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden: "Wir machen alles mögliche, das mit Psychologie zu tun hat", sagt Neiss. Und da gebe es immer neue Ansätze. So zum Beispiel auch ein Unternehmenstheater, bei dem die gespielte Unternehmensübergabe "Szenen eines Familienunternehmens" die Zuschauer - vornehmlich aus der Zielgruppe - für die Problematik sensiblisieren sollte. "Solch ein Spiel kann manchmal mehr Bewusstsein für das Problem erzeugen als viele Fachartikel." Gestartet sind die Yavis-Gründer, damals noch vier an der Zahl, 2005 mit viel Enthusiasmus, diversen Konzepten - und ohne jeden Kunden. "Wir haben kurz nach dem Studium beschlossen, uns selbstständig zu machen", sagt Neiss. Dass sie mit der Zielsetzung Coaching, Weiterbildung und Teambildung in einem übervollen Markt agierten und eigentlich auch noch ganz schön jung waren - viele Berater sind über 40 und kommen aus dem Berufsleben - war den Gründern damals nicht bewusst. "Wir hatten Lust, Spaß, studentischen Eifer und eigentlich nichts zu verlieren", sagt Neiss. "Und wir waren überzeugt."Woran es haperte, war ein schlüssiges Marketingkonzept: "Das ist bis heute ein gewisses Problem, dass wir nicht auf den Punkt bringen können, was wir genau tun", sagt Neiss. Außerdem kämen ständig neue Betätigungsfelder dazu. Die meisten neuen Aufträge beinhalteten Aufgabenstellungen, die dann bei späteren Kunden wieder einfließen. Das größte Problem nach der Gründung war, dass die vier Jungunternehmer nicht wussten, wie sie ihre Kunden überhaupt erreichen können. "Wir haben dann einfach bei Unternehmen angerufen", erzählt Neiss. Irgendwann kam der erste Auftrag, dann ein Folgeauftrag, dann ein weiterer. Noch heute sei es so, dass viel über Mundpropaganda läuft. Auch der Kontakt zur Industrie- und Handelskammer (IHK) habe ihnen viel geholfen.Zwei der Gründer sind zwar auf dem Weg ausgestiegen, doch mit dem Zweierteam hat sich Yavis mittlerweile als Beratung fest etabliert. Abgesehen vom Saarland ist Yavis auch in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern aktiv.Während Horvath und Neiss anfangs fast immer zusammengearbeitet haben, nehmen sie heute viele Termine einzeln wahr. Eine Ausweitung des Teams - neben Neiss und Horvath bietet die Psychologin Kathrin Müller Bewerbungstrainings an - ist nicht geplant. "Wir wollen nicht groß wachsen und reich werden, wir wollen aber die Möglichkeit haben, so frei zu arbeiten, wie unser Lebenskonzept das vorsieht", sagt Neiss. jwo

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