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Unsere Woche
Wieder einmal ausgetrickst!

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Jede Frau, die älter ist als zwölf Jahre, kennt das: Die Zeit, die im Bad verbracht wird, steigt proportional zu den Produkten, die sich auf Regalen oder in Kästchen türmen. Waschlotion, Reinigungsmilch, Gesichtswasser, diverse Crémes, Grundierung, Concealer, Rouge, Lidschaftten, Pinsel und Stifte.

Stifte für die Umrandung der Augen und Lippen, nicht zu vergessen die Augenbrauen, die mit den Jahren an Form und Farbe verlieren. Und, was gibt es Schlimmeres in der morgendlichen Masken-Hektik, als abgebrochene oder stumpfe Stifte. Unverzichtbares Zubehör ist also ein Spitzer, der möglichst die Dünnen und die Dicken bearbeiten kann. Unlängst hat die Autorin dieser Zeilen einen solchen Helfer in Drogeriemarkt käuflich erworben. In der Abteilung „Naturkosmetik ohne Tierversuche“, versteht sich, man möchte ja nicht das Elend auf dieser Welt noch vermehren. Daheim wird das Teil gleich in Betrieb genommen und der Blick fällt auf die kleine Aufschrift „biologisch abbaubar“.


Das wirft Fragen auf: Woher weiß das weiße Spitzerlein, wann es mit seinem Abbau zu beginnen hat? Woher kennt es den Unterschied zwischen dem Chaos im Kosmetikbeutel und der Abfalltüte? Wie lange wird es dem Haushalt erhalten bleiben? Ein Blick ins Internet hilft: „Biologisch abbaubar“ ist im Prinzip alles, es kommt nur darauf an, wie lange man wartet. Die Industrie hat uns wieder einmal ausgetrickst!