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Unfallflucht : Fahrradfahrer flüchtet nach Verkehrsunfall

| 20:31 Uhr

Von Woche zu Woche
Auch Verbraucher in der Pflicht

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Liebe Leserinnen, liebe Leser, Von Peter Stefan Herbst
Peter Stefan Herbst

Chefredakteur der Saarbrücker Zeitung

Rückrufaktionen, Kontrollen und die breite Aufklärung der Verbraucher waren im Skandal um die mit Insektengift belasteten Eier zweifellos richtig und wichtig. Alarmismus hingegen ist es nicht. Überzogene Warnungen verstärken die Verunsicherung unnötig. Die Gefahren sind laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung vergleichsweise gering. Ein Erwachsener mit 65 Kilo Körpergewicht könnte sieben Eier aus der höchstbelasteten Charge innerhalb von 24 Stunden essen, ohne den Grenzwert zu überschreiten, bis zu dem Lebensmittel ohne erkennbares Risiko aufgenommen werden können. Und wer isst schon mehr als sieben Eier am Tag?

Jenseits der Strafverfolgung der Verursacher muss jetzt geklärt werden, warum trotz eines europaweiten Frühwarnsystems wichtige Informationen wochenlang auf der Strecke blieben. Hier sind Politik und Behörden gefordert, damit es künftig in solchen und schlimmeren Fällen schneller klappt. Doch auch Verbraucher sollten bewusster mit Lebensmitteln umgehen. Viele von denen, die sich über den Eier-Skandal empört haben, achten beim Einkauf nur auf den Preis. Dass der oft eine artgerechte Haltung oder verantwortungsvolle Produktion gar nicht ermöglichen kann, wird ausgeblendet. Auch teurere Bio-Produkte kommen nicht immer von Höfen aus der Heimat, sondern zumeist aus industriell betriebenen Gewächshäusern in Spanien oder sogar aus Asien oder Afrika, wo sich die Einhaltung erforderlicher Standards noch schlechter kontrollieren lässt. Bei großen Lebensmittelkonzernen und ihren weltweiten Lieferwegen können Manipulationen und Probleme auftreten. Aber auch Landwirte und Händler aus Deutschland haben schon zu illegalen Zusatzstoffen gegriffen oder Mindesthaltbarkeitsdaten gefälscht. Neben der Lebensmittelkontrolle ist hier auch der kritische Blick jedes einzelnen Verbrauchers gefragt. Je besser er informiert ist, desto leichter dürften ihm Unregelmäßigkeiten auffallen. In diesem Sinne ein schönes Wochenende