Wo große Hitze messbar wird

Wo große Hitze messbar wird

Wenn es bei den Industriekunden in der Produktion so richtig heiß, aber kontrolliert zugeht, überwachen Temperatürfühler der Firma Conatex den Prozess. Das Unternehmen wird dieses Jahr 70.

Sie werden immer winziger, die Metalldrähte in den Temperaturfühlern, die von der St. Wendeler Firma Conatex an ihre Industriekunden geliefert werden. Drähte, feiner als ein Menschenhaar, verschwinden in einem Röhrchen, werden mit Magnesiumoxid isoliert und an der Spitze miteinander verschweißt. Um diese Arbeit präzise auszuführen, hat das Unternehmen sich zwei Laser-Schweißgeräte der neuesten Generation angeschafft, Kostenpunkt: rund 100 000 Euro. Mit Hilfe hochauflösender Mikroskope schweißen die Mitarbeiter die Drahtenden mit dem Laser-Strahl zusammen.

"Damit erweitern wir die Fertigungsmöglichkeiten unserer Temperaturfühler enorm", erzählt Geschäftsführerin Gabriele Ziekursch, die zusammen mit ihrem Ehemann Peter Klos das Unternehmen führt. Beide sind gleichzeitig Gesellschafter.

Die Conatex-Fühler funktionieren nach zwei elektrophysikalischen Prinzipien. Das erste sind Thermo-Elemente. Hierbei werden Drähte aus zwei unterschiedlichen Metallen beziehungsweise Legierungen verwendet. An ihren Enden entsteht sogenannte Thermo-Spannung. Je heißer es im Umfeld wird, desto höher steigt die elektrische Spannung, die dann gemessen wird. Das zweite sind Widerstands-Thermometer, die bei Hitze einen elektrischen Widerstand aufbauen. Je höher dieser ist, desto weniger Strom fließt durch den Leiter, was wiederum gemessen werden kann. Die zunächst analogen Messvorgänge werden dann in digitale Signale umgewandelt, um die Werte auch am Computer darstellen zu können.

Die Fühler werden unter anderem eingesetzt, um die Temperatur von Kunststoff zu ermitteln, bevor er in eine Spritzguss-Form gepresst wird. Sie tun außerdem in Brennkammern von Kraftwerken oder Müllverbrennungs-Anlagen ihren Dienst, aber auch bei der Glasschmelze, in der Stahlindustrie oder in den Öfen der industriellen Pizza-Produktion. "Jeder Kunde hat spezielle Anforderungen und Wünsche", erzählt Klos. "Wir entwickeln die Sensoren gemeinsam mit ihnen." Mittlerweile hat Conatex einen Baukastensatz von 30 000 verschiedenen Fühlern. Die Auftragslage ist "sehr gut".

Allerdings muss das Unternehmen auch dafür sorgen, dass schnell Ersatz herbeigebracht werden kann, wenn bei einem Kunden ein Gerät ausfällt. "Wir haben immer eine Rufbereitschaft, damit es wegen unserer Sensoren zu keinem teuren Produktionsstillstand kommt", sagt Ziekursch. Das Unternehmen, das in diesem Jahr 70 wird, beschäftigt 52 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von rund fünf Millionen Euro.