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Wo alte Schmuckstücke eine zweite Chance bekommen

Ein Schmuckset mit Uhr aus dem Atelier von Brigitte Schön. Schmuck und Uhrscheibe sind aus Silber mit Feingold belötet und handgearbeitet. Das Altgold und -silber stammen vom Auftraggeber.
Ein Schmuckset mit Uhr aus dem Atelier von Brigitte Schön. Schmuck und Uhrscheibe sind aus Silber mit Feingold belötet und handgearbeitet. Das Altgold und -silber stammen vom Auftraggeber. FOTO: XXXX / XXXXXXXXXXX
Schmuckdesignerin Brigitte Schön fertigt individuellen und variablen Schmuck. Ihren hand- gefertigten Unikaten sieht man dabei ihre „Vergangenheit“ nicht immer an, denn die Goldschmiedin macht nicht nur Neuanfertigungen – sondern sie arbeitet auch Schmuckstücken um, die nicht mehr dem Geschmack ihrer Besitzer entsprechen.

Seit 1980 ist Brigitte Schön als freischaffende Schmuckdesignerin tätig und hat ein Auge dafür, wie ein Schmuckstück mit einem schönen Stein in Szene gesetzt werden kann. Es komme immer häufiger vor, dass Schmuck vererbt werde, der nicht den Geschmack der Nachkommen treffe. Da sei es schnell passiert – das gute alte Stück wird auf dem Flohmarkt verscherbelt oder beim Edelmetallhändler in Zahlung gegeben. Diese vergüten nur den Gold- und Silbergehalt, das Schmuckstück wird eingeschmolzen und die Edelsteine sind damit verloren. Dabei könne man noch so schönen Schmuck daraus machen, wie Brigitte Schön weiß. Denn sie widmet sich nicht nur Schmuck-Neuanfertigungen, sondern arbeitet alte Schmuckstücke unter Verwendung der ursprünglich darin gefassten Edelsteine um und schenkt ihnen damit einen zweiten glänzenden Auftritt. Die Leidenschaft von Brigitte Schön ist es, „Unikate zu schaffen, die man vielfältig verwenden kann“, ganz nach dem Motto „Abwechslung macht Freude“. Dies gilt vor allem für ein von ihr erfundenes, variables Schmuck- und Uhrensystem, welches sie 2010 unter ihrem eigenen Label „varissima“ beim Deutschen Patent- und Markenamt hat schützen lassen. Durch die handgearbeitete auswechselbare Schmuckscheibe aus verschiedensten Materialien und die individuelle Kombination mit einer Uhr in mehreren Farben- und Ziffernblattvarianten, entsteht ein außergewöhnliches Unikat, an dem sich die Trägerin immer wieder von Neuem erfreuen kann. Der Schwerpunkt ihrer kreativen Arbeit liegt auf in Handarbeit gefertigtem Unikat-Schmuck. Die Goldschmiedin hat eine Vorliebe für Naturmaterialien. So kommen neben Edelsteinen beispielsweise als Materialien auch Perlen, Perlmutt, spezielles Leder, Schneckengehäuse, Korallen, Edelholz, Horn, fossiler Mammutzahn sowie sonstige interessante Fundstücke zum Einsatz, die sonst üblicherweise keine Verwendung bei der Schmuckherstellung finden. Die Auswahl an Schmuckstücken im Rohrbacher Atelier sucht ihresgleichen. Optisch ansprechend ist in Vitrinen eine große Bandbreite an Mineralien, Schmuck und Accessoires ausgestellt. Gemeinsam mit verschiedenen Designern erarbeitet sie Kollektionen, bei denen Schmuck und Uhren, aber auch Accessoires wie Gürtel, Handtaschen oder Seidenkreationen individuell aufeinander abgestimmt sind. Sie experimentiert auch mit verschiedenen Materialien, beispielsweise Fusing-Glas, ein irisierendes Schmelzglas, oder Baumwoll-Acetat, das sich durch seine faszinierende Farben und Muster sehr gut für Schmuck oder Gürtelschließen eignet. Um all diese Stoffe optimal verarbeiten zu können, hat Brigitte Schön an der renommierten „Staatlichen Zeichenakademie Hanau“ nicht nur eine Ausbildung zur Goldschmiedin absolviert, sondern sich in Silberschmieden, Emaillieren, Edelstein-Schleifen, Gemmologie, Elfenbeingestaltung und Drechseln weiter qualifiziert.
cju