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Leitwerk für Hybridtechnik
ZF investiert fast eine Milliarde in Saarbrücken

FOTO: BeckerBredel / bub
Saarbrücken. Der Getriebehersteller ZF investiert in den kommenden vier Jahren 800 Millionen Euro in das Werk in Saarbrücken. Ziel ist es, die Fertigung von Hybridgetrieben deutlich auszubauen. Das teilte der Konzern gestern mit. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

ZF hat sich für den Ausbau der Hybrid-Technik entschieden, weil der Konzern mittelfristig nicht davon ausgeht, dass reine E-Mobiltität den Markt beherrschen wird. Aktuell ist weder die Infrastruktur ausreichend, noch sind die Käufer bereit, im größeren Maß auf die neue Technik umzusteigen.


Stattdessen geht ZF-Vorstandschef Wolf-Hennung Scheider davon aus, dass in den kommenden Jahren vor allem die Hybrid-Technik deutlich zulegen wird: „Der Anteil an Hybridgetrieben an der Produktion wird sich in den nächsten Jahren verzehnfachen - von fünf auf dann 50 Prozent“, sagt Scheider. Hybrid-Technik sei weit mehr als nur eine Brückentechnologie. Mittelfristig sollen Hybridautos in der Lage sein, 85 Prozent der Fahrleistung über den Elektromotor abzudecken.

Für den Standort Saarbrücken sei die fortschreitende Elektrifizierung des Antriebsstrangs Chance und Herausforderung zugleich, sagt Scheider. „Als Chance sehen wir die zunehmende Marktdurchdringung der weiterentwickelten Hybridantriebe, die aus unserer Sicht viel mehr sind als nur eine Brückentechnologie.“ Gerade die zunehmende Reichweite würde der Technik mehr Marktanteile verschaffen.



Saarbrücken als Leitwerk Getriebetechnik soll nach Aussage von Stephan von Schuckmann, Leiter des Bereichs Antriebstechnik, auch konzernweit führend in der Hybridtechnik werden.

Ein Unsicherheitsfaktor könne die Entwicklung hin zu einer reinen Elektromobilität sein, heißt es von Seiten des Unternehmens. Wäre es so, wie aktuell in etlichen Studien prognostiziert, würde auch der Absatz im Werk Saarbrücken langfristig sinken. Und damit auch die Mitarbeiterzahl. Diesen Wandel gelte es nun zu gestalten, sagt von Schuckmann „Die Tatsache, dass diese Effekte erst in einigen Jahren eintreten werden, gibt uns die Chance, uns bereits heute darauf vorzubereiten.“ Hier mehr zum Hintergrund.