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Boom am Arbeitsmarkt
Wirtschaftsverband DIHK rechnet für 2019 mit 500 000 neuen Jobs

Vor allem im Dienstleistungssektor entstehen nach Einschätzung des DIHK neue Jobs.
Vor allem im Dienstleistungssektor entstehen nach Einschätzung des DIHK neue Jobs. FOTO: picture alliance / dpa / Patrick Pleul
Berlin. Der Arbeitsmarkt floriert trotz nachlassendem Wirtschaftswachstum. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag ist auch für 2019 optimistisch. Der Fachkräftemangel wird aber zum Geschäftsrisiko. Von Stefan Vetter

Trotz der Bremsspuren beim Wirtschaftswachstum setzt sich der Beschäftigungsaufbau in Deutschland nahezu ungebrochen fort. Nach einem Plus von 580 000 Stellen in diesem Jahr rechnet der Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) für 2019 nochmals mit 500 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Verbandes unter rund 27.000 Unternehmen hervor, die unserer Zeitung vorliegt.


Maßgeblich verantwortlich für die gute Entwicklung ist demnach der Dienstleistungssektor. Allein hier wird mit 120 000 Neueinstellungen gerechnet. Mit jeweils 90 000 zusätzlichen Jobs folgen der Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe sowie der Industriesektor. Im ohnehin stark boomenden Baugewerbe wird mit 50 000 neuen Stellen kalkuliert. Ausweislich der Umfrage wächst die Beschäftigung damit schon das 14. Jahr in Folge.

„Die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich im Jahresverlauf deutlich verschlechtert. Dies schlägt sich bisher aber nur bedingt in den Beschäftigungsabsichten nieder“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer im Gespräch mit unserer Zeitung. Grund für die weiter hohe Nachfrage sei nicht zuletzt der Mangel an qualifizierten Fachkräften. „Händeringend suchen die Unternehmen nach Personal. Das Risiko hat für die Unternehmen nochmals an Schärfe zugenommen“, so der Verbandschef. Mittlerweile würden 62 Prozent darin ein Risiko für ihre Geschäfte sehen. Auch angesichts des demografischen Wandels wollten die Betriebe sich gute Fachkräfte sichern und halten. Dementsprechend hätten die Beschäftigungsabsichten in den letzten Jahren gedämpft auf konjunkturelle Schwankungen reagiert, erläuterte Schweitzer.



DIHK-Präsident Eric Schweitzer
DIHK-Präsident Eric Schweitzer FOTO: dpa / Wolfgang Kumm

Zugleich mahnte er die Bundesregierung zu verstärkten Anstrengungen bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. Dazu gehörten auch einfachere Regelungen für die Zuwanderung von Fachkräften, besonders für beruflich Qualifizierte. Ein dazu bereits vorliegendes Eckpunktepapier der Großen Koalition müsse so ausgestaltet werden, „dass qualifizierte Fachkräfte mit einem Arbeitsplatzangebot zügig zuwandern können“, forderte Schweitzer.