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Plattform für Bastler und Kreative
Das Handelsportal Dawanda hat dichtgemacht

Eine Mitarbeiterin des Online-Marktplatzes Dawanda dekoriert einen Laden der Plattform. (Archivbild)
Eine Mitarbeiterin des Online-Marktplatzes Dawanda dekoriert einen Laden der Plattform. (Archivbild) FOTO: dpa / Laurin Schmid
Ob gehäkelter Kaktus oder Nudelholz mit Gravur: Auf der Online-Plattform Dawanda verkauften Nutzer hauptsächlich selbstgemachte Produkte. Nun hat der Anbieter sein Portal geschlossen, Besucher werden umgeleitet.

Nach rund zwölf Jahren hat der Online-Marktplatz Dawanda in der Nacht zum Freitag geschlossen. Auf dem Portal verkauften Händler viel Selbstgemachtes.


Seit Freitagmorgen werden Besucher der Website automatisch auf die Seiten des ehemaligen Konkurrenten Etsy umgeleitet, mit dem Dawanda eine entsprechende Vereinbarung getroffen hat. Dawanda hatte die Schließung vor rund zwei Monaten angekündigt.

Damals schrieb Gründerin und Geschäftsführerin Claudia Helming, man habe handgemachte Produkte als neue Kategorie im Onlinehandel etabliert. „Dennoch mussten wir uns in den letzten Jahren zunehmend eingestehen, dass es uns alleine nicht gelingen wird, das Wachstum weiter voranzutreiben.“ Dawanda sei nicht insolvent, aber man habe handeln müssen, um den Verkäufern „auch langfristig das Bestehen ihrer Unternehmen, ihre Einkommen und weiteres Wachstum zu sichern“.



Dawanda wurde Ende 2006 in Berlin gegründet. Angeboten wurden auch Kleidung, Dekorationen, Kindersachen - von der Häkelmütze bis zur Schnullerkette. Seinen Verkäufern hatte Dawanda empfohlen, zum US-Shopping-Portal Etsy zu wechseln. Beide Portale hätten eine Vereinbarung getroffen und ein Tool entwickelt, damit Dawanda-Verkäufer ihre Shops umziehen können.

Dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag) sagte Helming: „Ich denke wir hätten früher verkaufen können, sollen und müssen.“ Den richtigen Zeitpunkt dafür habe sie verpasst, und nun sei es für einen „klassischen Unternehmensverkauf“ zu spät. So sei es zu der Vereinbarung mit Etsy gekommen. Ob diese vorsieht, dass Etsy für die Übernahme der Verkäufer Geld an Dawanda zahlt, wollte eine Etsy-Sprecherin auf dpa-Anfrage nicht sagen. Helming sagte dem „Tagessiegel“: „In gewisser Weise ja. Ich kann aber zu den Summen nichts sagen.“

Dawanda war ein Portal für Menschen aus der „Do-it-yourself“-Szene, die mit ihren Produkten Geld verdienen wollten. Über die Zeit hatten sich rund 7 Millionen Mitglieder registriert. Sie sollen ihre Nutzerprofile noch bis Ende Oktober einsehen können. Bis Ende des Jahres soll Dawanda auch noch per E-Mail erreichbar sein.

(ubg/dpa)