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Hannover
Tui: 50 Prozent mehr Türkei-Buchungen

Mallorca, Griechenland und viele andere Ziele werden diesen Sommer wieder sehr voll: Die Tui meldet für den Sommer sechs Prozent mehr Reservierungen als im Jahr davor. Die Preise der Hotelzimmer sind schon deutlich angezogen. Reinhard Kowalewsky

Die gute Konjunktur sorgt für klingelnde Kassen bei der Tui. Europas größter Reisekonzern hat für die Sommersaison bereits sechs Prozent mehr Buchungen reingeholt als zum gleichen Zeitraum in 2017. Dies erklärte Vorstandschef Fritz Joussen gestern auf der Hauptversammlung in Hannover. Dabei soll der Umsatz in Währung der Abreiseländer sogar um acht Prozent steigen, weil Tui pro Reise rund zwei Prozent mehr Umsatz erhofft. Die in London notierte Aktie schoss kurzfristig auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 16,40 britischen Pfund.



Die hohe Nachfrage bedeutet, dass Spanien als wichtigstes Zielland von Tui in der Sommersaison wieder sehr voll sein wird. Aber auch Griechenland, Zypern und die Türkei laufen sehr gut. Die Buchungen von Deutschland in die Türkei seien um 50 Prozent angezogen, sagt Joussen, das sei eine "starke Zahl." Nun stockt der Konzern das Angebot von Flugtickets in die Türkei im Sommer um 100.000 Stück auf - insgesamt organisiert Tui im Jahr rund 20 Millionen Reisen.

Die Urlaubsfreude der Bürger zeigt sich auch im ersten Quartal des Reisejahres, also in den drei Monaten zwischen 1.Oktober bis Ende 2017. Die durchschnittliche Auslastung der Hotels und Resorts stieg von 72,6 Prozent auf 75,1 Prozent - ein hervorragender Wert abseits der Hochsaison. Ein Hotelzimmer kostete am Tag im Schnitt 65 Euro, zwei Euro mehr als ein Jahr davor.

Die durchschnittliche Auslastung der Kreuzfahrtschiffe bei Tui Cruises sank zwar minimal von 99,5 Prozent auf immer noch sehr hohe 98,9 Prozent, doch pro Tag kamen pro Reisendem 149 Euro rein. Ein Jahr davor waren es 143 Euro.

Viel mehr muss die Klientel bei den Hapag-Lloyd-Cruises zahlen: Hier kamen pro Tag und Gast 533 Euro rein - eine einwöchige Tour kostet dann also rund 3700 Euro.



Joussen bekräftigte die Strategie, dass Tui sich stärker als Anbieter von eigenen Hotelunterkünften und Kreuzfahrten profilieren will und weniger darauf setzt, Reisen zu vermitteln. Alleine vergangenes Jahr wurden zehn neue Hotels eröffnet, jedes Jahr soll mindestens ein neues Kreuzfahrtschiff starten.

Dies bringt hohe Gewinnmargen: Die Rendite auf das eingesetzte Kapital bei den Hotels lag im vergangenen Geschäftsjahr bei 13 Prozent, bei Kreuzfahrten sogar bei 20 Prozent. Um nicht zu viel eigenes Geld zu binden, holt Joussen auch eine Reihe von Partnern ins Boot - doch den ersten Zugriff auf die Kapazitäten hat Tui. Das Ergebnis beschrieb Joussen so: "Wir sind heute Entwickler, Investor und Betreiber - statt wie früher Händler. Das macht die Tui profitabler." Ohne zusätzliches Kapital sei Tui nun dabei, den Gewinn innerhalb weniger Jahre zu verdoppeln.

Derweil forciert Joussen die Digitalisierung des Geschäfts. Mithilfe von Software will Tui die Freizeitangebote wie Ausflüge für Kunden am Urlaubsort so personalisieren, dass der durchschnittliche Umsatz pro Reisendem von derzeit etwa 900 Euro auf 920 Euro steigt.

Im abgelaufenen Quartal konnte Tui den saisonüblichen Verlust im Reisegeschäft abermals dank des Gewinns aus dem stetigeren Kreuzfahrt- und Hotelgeschäft verringern. Der bereinigte operative Verlust belief sich von Oktober bis Dezember auf 25 Millionen Euro im Vergleich zu 60 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Dazu trug auch ein Sonderertrag durch den Verkauf von drei Hotels in Höhe von 38 Millionen Euro bei. Der Konzernumsatz kletterte um acht Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das stärkste Wachstum verzeichnete das Kreuzfahrtgeschäft:

Joussen bekräftigte das Jahresziel, den um Währungseffekte bereinigten operativen Gewinn des Konzerns um mindestens zehn Prozent zu steigern.