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„Positives Signal“
Heute enden die EU-Hilfen für Griechenland

Seit 2010 hatten die EU und der IWF Griechenland mit 289 Milliarden Euro an vergünstigten Krediten vor der Pleite bewahrt. Das Ende der Hilfsprogramme ist ein „positives Signal“ - auch für die gesamte EU, findet BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und die deutsche Wirtschaft haben den Abschluss der Griechenland-Hilfsprogramme als Erfolg gewürdigt. „Die düsteren Prophezeiungen der Untergangspropheten sind nicht eingetreten“, sagte der SPD-Politiker dem „Handelsblatt“. Die griechischen Bürger hätten für ihre großen Anstrengungen Respekt verdient. „Die Rettung Griechenlands ist aber auch ein Zeichen europäischer Solidarität“, fügte Scholz hinzu.


Am Montag endet das vorerst letzte Hilfsprogramm für Athen. Seit 2010 hatten die EU-Partner und der Internationale Währungsfonds das überschuldete Euro-Land mit insgesamt 289 Milliarden Euro an vergünstigten Krediten vor der Staatspleite bewahrt. Im Gegenzug musste Athen harte Reformen, Sozialkürzungen sowie Steuererhöhungen durchsetzen und sich verpflichten, daran festzuhalten.

„Das gute Ende der europäischen Hilfsprogramme ist ein positives Signal für Griechenland selbst und die EU insgesamt“, sagte auch Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Griechenland könne dank europäischer Solidarität nach acht Jahren wieder auf eigenen Beinen stehen. „Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Probleme gelöst sind“, mahnte Lang. Strukturreformen hätten das Wirtschaftswachstum belebt. „Die griechische Regierung muss sich nun gezielt den Defiziten in Verwaltung, Justiz, den Arbeits- und Produktmärkten widmen.“ Die engen Vorgaben der Gläubiger schränkten zwar die Handlungsfähigkeit der griechischen Regierung deutlich ein. „Im Ergebnis sind wir in der Industrie überzeugt, dass der griechische Markt für deutsche Unternehmen wieder attraktiver wird“, so Lang.



(mar)