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Mögliche Neuauflage des A380
Flugzeugbauer ringen um Kunden auf Luftfahrtmesse in Paris

Ein Airbus A380 mit einem Modell der angedachten größeren abgeknickten Flügelenden („A380plus“) auf dem Gelände der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget. Foto: Sebastian Kunigkeit
Ein Airbus A380 mit einem Modell der angedachten größeren abgeknickten Flügelenden („A380plus“) auf dem Gelände der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget. Foto: Sebastian Kunigkeit FOTO: Sebastian Kunigkeit
Le Bourget. Im harten Konkurrenzkampf mit Airbus will der US-Flugzeugbauer Boeing mit einem verlängerten Mittelstreckenjet punkten. dpa

Das Flugzeug mit dem Namen 737-MAX-10 soll dank eines verlängerten Rumpfs bis zu 230 Passagiere fassen, kündigten Boeing-Konzernchef Dennis Muilenburg und der neue Verkehrsflugzeugchef Kevin McAllister am Montag zum Start der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris an.

Das sind zehn Menschen mehr als die bisher größte Version 737-MAX-9. Der Jet soll gegen den Airbus-Verkaufsschlager A321neo antreten, der bis zu 240 Menschen Platz bietet.

Bereits am Sonntag hatte Airbus mit einer möglichen Neuauflage des weltgrößten Passagierjets A380 überrascht. Seit Montag können die Messebesucher selbst begutachten, wie die A380plus mit riesigen abgeknickten Flügelenden aussehen soll. Der Hersteller hat eine herkömmliche A380 mit Attrappen dieser sogenannten Winglets ausgestattet, die mit 4,70 Meter rund dreimal so hoch sind wie die bisherige Konstruktion an den Flügelenden.

Die erste A380plus könnte im Jahr 2020 in den Liniendienst gehen, sagte A380-Marketingchef Frank Vermeire. Airbus will den Flieger aber nur aufmotzen, falls es Bestellungen dafür gibt. Die verbesserte Aerodynamik soll die A380 vier Prozent sparsamer beim Kerosinverbrauch machen. Veränderungen im Innenraum schaffen Platz für 80 zusätzliche Fluggäste. Insgesamt sollen die Betriebskosten je Sitzplatz damit um 13 Prozent sinken. Airbus kämpft seit Jahren um neue Bestellungen für die A380 und fährt die Produktion um mehr als die Hälfte auf nur noch zwölf Maschinen pro Jahr zurück.

Zum Messestart verkündeten Airbus und Boeing erste Großaufträge. Der Flugzeugfinanzierer des US-Konzerns General Electric, Gecas, bestellte bei Airbus 100 Mittelstreckenjets aus der A320neo-Modellfamilie im Gesamtwert von etwa 10,8 Milliarden US-Dollar (9,6 Mrd Euro) laut Preisliste. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Preisnachlässe üblich. Die zwei großen Hersteller hatten in den vergangenen beiden Jahren einen Rückgang an Aufträgen verzeichnet, Airbus rechnet auch in Le Bourget mit weniger Neuabschlüssen als bei früheren Messen.

Boeing holte Großaufträge vor allem von Flugzeugfinanzierern herein. Für die neue 737-MAX-10 meldeten die Amerikaner mehr als 240 Aufträge und Vorverträge. Einige Kunden orderten diese Maschinen allerdings nicht zusätzlich, sondern widmeten bestehende Aufträge um, die bisher für kleinere Versionen galten. Der US-Konzern hatte seinen im Grundsatz seit den 1960er Jahren gebauten 737-Mittelstreckenjets mit der 737 MAX gerade eine Neuauflage mit gezügeltem Kerosindurst spendiert - ähnlich wie Airbus mit seiner A320neo-Modellfamilie.

Die weltgrößte Luftfahrtmesse dauert noch bis kommenden Sonntag. Vertreten sind Hersteller aus Luftfahrt, Rüstung und Raumfahrt samt ihren Zulieferern aus aller Welt. Zum Auftakt landete Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag an Bord eines A400M-Militärtransporters auf dem Messegelände. Nach vier Fachbesuchertagen ist die Luftfahrtschau von Freitag bis Sonntag auch für die breite Öffentlichkeit geöffnet. Die letzte Paris Air Show vor zwei Jahren hatte mehr als 351 000 Besucher angelockt.

Mitteilung Boeing zu 737-MAX-10, Engl.

Mitteilung Airbus zu Gecas-Auftrag, Engl.

Mitteilung Airbus zur "A380plus", Engl.

Presse-Dossier der Luftfahrtmesse, Frz.

Tweet Macron mit Video vom Flug

Dem Flugzeugmarkt fehlt derzeit etwas die Puste. Foto: Remy De La Mauviniere
Dem Flugzeugmarkt fehlt derzeit etwas die Puste. Foto: Remy De La Mauviniere FOTO: Remy De La Mauviniere