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EuGH-Gutachten
Fluggäste haben bei wilden Streiks weniger Rechte

Hintergrund des Verfahrens am EuGH war der wilde Streik von Tuifly-Mitarbeitern im Herbst 2016. Foto: Peter Steffen
Hintergrund des Verfahrens am EuGH war der wilde Streik von Tuifly-Mitarbeitern im Herbst 2016. Foto: Peter Steffen FOTO: Peter Steffen
Luxemburg. Fluggesellschaften müssen nach Einschätzung eines Generalanwalts am Europäischen Gerichtshof keine Entschädigungen zahlen, wenn sie wegen eines wilden Streiks Flüge nicht wie geplant durchführen können. dpa

Arbeits- und tarifrechtlich nicht legitimierte Arbeitsniederlegungen stellten einen „außergewöhnlichen Umstand“ dar, der eine Befreiung von der Entschädigungspflicht möglich mache, argumentierte Evgeni Tanchev in einem Gutachten zu einer Klage von Kunden der deutschen Fluggesellschaft Tuifly. Die Airline müsse allerdings alle zumutbaren Maßnahmen ergreifen, um Verspätungen oder Annullierungen zu verhindern.


Hintergrund des Verfahrens am EuGH ist der wilde Streik von Tuifly-Mitarbeitern im Herbst 2016. In dessen Zuge waren mehr als 100 Flüge gestrichen worden, viele andere konnten erst mit erheblichen Verspätungen starten. Betroffene klagen seitdem vor deutschen Gerichten auf Ausgleichszahlungen.

Die Amtsgerichte Hannover und Düsseldorf schalteten daraufhin den EuGH ein und baten unter anderem darum zu klären, ob wilde Streiks im Sinne der europäischen Fluggastrechteverordnung einen außergewöhnlichen Umstand darstellen.

Mit dem Urteil des EuGH wird in einigen Monaten gerechnet. In vielen Fällen schließen sich die Richter der Rechtsauslegung des Generalanwalts an.

Verordnung (EG) Nr. 261/2004



Schlussanträge des Generalanwalts