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Die Saarland-Therme bekommt ein Vier-Sterne-Hotel
Vier-Sterne-Hotel für Saarland-Therme

Die Saarland-Therme wird weiter ausgebaut. Als nächster Schritt folgt ein Vier-Sterne-Hotel mit 125 Zimmern. Baubeginn soll schon 2018 sein.
Die Saarland-Therme wird weiter ausgebaut. Als nächster Schritt folgt ein Vier-Sterne-Hotel mit 125 Zimmern. Baubeginn soll schon 2018 sein. FOTO: Christian Gahl
Saarbrücken. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger wirbt bei der Bevölkerung um mehr Wertschätzung für den Tourismus und seine Leistungen für das Land. Von Thomas Sponticcia

Die Saarland-Therme in Rilchingen-Hanweiler wird erweitert und bekommt ein gehobenes Vier-Sterne-Hotel mit 125 Zimmern. Die RIMC Hotels & Resorts Gruppe mit Hauptsitz in Hamburg nimmt federführend 18 Millionen Euro in die Hand. Baubeginn soll 2018 sein, die Eröffnung ist für 2020 vorgesehen, sagte gestern Olaf Chalmer unserer Zeitung. Anlass war die Vorstellung des Sparkassen-Tourismus-Barometers Saarland 2017, die in der Saarland-Therme stattfand. Chalmer betreut das Hotel-Projekt mit. Die Investoren rechnen im ersten Jahr mit 55 000 Gästen, kalkulieren zunächst mit einer Auslastung von 56 Prozent und einem Umsatz von 3,2 Millionen Euro. 2023 sollen es schon 4,4 Millionen Euro sein, wobei die Betreiber eher konservativ kalkulierten, so Chalmer. Die Investoren erhoffen sich auch einen Zuschuss des Landes.


Zugleich mit dem Hotelneubau wird die Therme vergrößert, insbesondere die Bereiche Umkleiden, Sauna und Spa, kündigte der Geschäftsführer und Betreiber der Therme, Andreas Schauer, an. Jetzt schon stoße man an Wochenenden und in Ferienzeiten an Grenzen. Im Schnitt besuchten täglich 812 Gäste die Anlage. Um kostendeckend zu arbeiten, habe man zu Beginn mit 160 000 Gästen jährlich kalkuliert, mittlerweile seien es über 300 000.

Wirtschafts- und Tourismusministerin Anke Rehlinger (SPD) sieht die positive Entwicklung der Saarland-Therme als einen Beweis für die Attraktivität des Saarlandes als Tourismus-Standort an. Das neue Hotel an der Therme sei ein weiterer Beleg dafür, „dass Investoren von außerhalb an uns glauben und die Möglichkeit sehen, hier gutes Geld zu verdienen“. Auch den in seiner Entstehungsphase noch umstrittenen Baumwipfelpfad an der Saarschleife hätten im ersten Jahr schon 250 000 Menschen besucht. Ob Center-Parks Ferienpark am Bostalsee oder der Naturpark Saar-Hunsrück: die touristische Attraktivität der Region steige immer weiter.



Doch an diesem Punkt kommen Rehlinger und auch die Präsidentin des saarländischen Sparkassenverbandes Cornelia Hoffmann-Bethscheider auch gewaltig ins Grübeln. Denn offensichtlich wissen die Saarländer selbst diese Fortschritte noch nicht so recht zu würdigen. Eine Umfrage für das Tourismus-Barometer hat ergeben, dass nur 34 Prozent dem Tourismus eine große wirtschaftliche Bedeutung beimessen, 14 Prozent nur eine geringe und neun Prozent überhaupt keine. Das lässt vor allem die Ministerin nicht ruhen. Sie sieht in den Saarländern die überzeugendsten Botschafter für Offenheit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und eine einladende Atmosphäre gegenüber Touristen. Man müsse aber auch von dem überzeugt sein, was man vertritt. Deshalb appelliert Rehlinger an die Bürger, ihre touristischen Aushängeschilder auch mit mehr Selbstbewusstsein gegenüber Gästen zu vertreten.

Um die Bedeutung des Tourismus zu unterstreichen, lässt die Ministerin Fakten sprechen. So erwirtschaften die Saar-Betriebe in dieser Branche mit 33 000 Beschäftigten schon 1,4 Milliarden Euro Umsatz jährlich. Alleine das sichere zahlreiche Arbeitsplätze. 100 Millionen Euro fließen aus dem Tourismus als Steuereinnahmen zurück. Geld, das für Investitionen zur Verfügung steht.

Um so erstaunter zeigt sich Rehlinger davon, dass auch noch viele Saar-Politiker überzeugt werden müssen. Das Tourismus-Barometer stellt fest, dass es dort, wo sich viele Touristen aufhalten, in der Regel auch mehr Gaststätten, Einzelhandel, Freizeitangebote und eine hohe Lebensqualität gibt. Derzeit halten aber nur 55 Prozent der Politiker Tourismus für ein wichtiges Thema. Während Landkreispolitiker ihm eine hohe Bedeutung beimessen, sind die Kommunalpolitiker skeptischer und die Landtagsabgeordneten besonders zurückhaltend. Rehlinger will bei Bürgern wie Politikern mehr Sensibilität für ihre Region wecken. Deshalb will das Land nach Möglichkeit Kommunen finanziell helfen, die sich vorbildlich um die Sauberkeit sowie die Verschönerung von Plätzen kümmern.