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Wohnungsgesellschaft feiert Jubiläum
Woge Saar will mehr in Neubauten investieren

Ein Haus der Wohnungsgesellschaft auf dem Rodenhof in Saarbrücken: Von 2009 bis 2016 hat sie in der Kálmán- und der Paul-Lincke-Straße nach eigenen Angaben 53 Häuser renoviert und energetisch saniert.
Ein Haus der Wohnungsgesellschaft auf dem Rodenhof in Saarbrücken: Von 2009 bis 2016 hat sie in der Kálmán- und der Paul-Lincke-Straße nach eigenen Angaben 53 Häuser renoviert und energetisch saniert. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Die Wohnungsgesellschaft Saarland feiert in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag. Eine Wohnungsnot sehen die Verantwortlichen an der Saar derzeit nicht. Von Dimitri Taube

Mit Wohnraum für Eisenbahner hat im Jahr 1943 alles angefangen. Aus der „Gemeinnützigen Eisenbahn-Wohnungsgesellschaft mbH Saarbrücken“ mit ein paar hundert Wohnungen entstand im Laufe der Zeit die Wohnungsgesellschaft Saarland, kurz: Woge Saar. In der jetzigen Form unter dem Dach der Strukturholding Saar (SHS) existiert sie seit 2003.


In diesem Jahr feiert die Wohnungsgesellschaft ihren 75. Geburtstag. Mit 5200 Wohnungen für 12 000 Menschen im Saarland und in Rheinland-Pfalz gehört die Woge heute nach eigenen Angaben zu den großen Immobiliengesellschaften in Südwestdeutschland.

In den vergangenen Jahren stand die Sanierung von Wohnraum im Fokus. Das soll sich ändern. Die Verantwortlichen wollen sich künftig verstärkt auf den Wohnungsneubau konzentrieren. Das bekräftigten die beiden Geschäftsführer Rita Gindorf-Wagner und Bernd Therre sowie Aufsichtsratschef Jürgen Barke (SPD) am Donnerstag in Saarbrücken.



Schon jetzt werde kräftig investiert, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Barke und nannte drei aktuelle Projekte. In Alt-Saarbrücken entstehe derzeit für 2,5 Millionen Euro ein Wohnhaus mit elf Mietwohnungen, die zwischen 59 und 115 Quadratmeter groß seien. Ende 2019 soll das Projekt fertig sein. Außerdem sei in Homburg am Warburgring für 25 Millionen Euro ein neues Quartier auf 1,4 Hektar mit mehr als 100 Wohnungen geplant. Darüber hinaus will die Woge in Trier-Ehrang demnächst mit dem Bau von zwei Gebäuden mit 32 Wohneinheiten und 2000 Quadratmeter Wohnfläche beginnen. Kosten: rund vier Millionen Euro.

Bei Neubauten will die Woge nach Angaben von Rita Gindorf-Wagner 20 bis 30 Prozent der Fläche für sozialen Wohnungsbau bereitstellen. Das Ziel bestehe jedoch grundsätzlich darin, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – sowohl für Menschen mit geringen Einkommen als auch für normale Durchschnittsverdiener. „Unser Ziel ist die Mischung“, sagt Gindorf-Wagner.

65 Millionen Euro wurden zwischen 2006 und 2016 in die energetische Sanierung gesteckt, etwa im Saarbrücker Stadtviertel St. Johann. Auch auf dem Saarbrücker Rodenhof war die Woge tätig: Von 2009 bis 2016 hat sie in der Kálmán- und der Paul-Lincke-Straße 53 Häuser renoviert und energetisch saniert.

Für Rita Gindorf-Wagner ist das Rodenhof-Projekt ein gelungenes Beispiel für ein modernes Quartier mit hoher Lebensqualität. Das Quartier punkte durch seine Zentrumsnähe, die gute Infrastruktur und ausreichende Grünflächen. „Die meisten Bewohner identifizieren sich mit ihrem Stadtviertel. Je breiter das Angebot vor Ort ist, umso mehr hält man sich im eigenen Stadtteil auf.“

„Freundlich wohnen“ lautet der Slogan der Woge. Sie versucht, mit kurzen Wegen Mietern das Leben zu erleichtern. „Jeder Mieter kennt seine Ansprechpartner persönlich und kann sich auf eine schnelle Reaktion bei Fragen und Problemen verlassen“, heißt es in einer Mitteilung. Dennoch läuft nicht immer alles reibungslos, wie Staatssekretär Barke zugibt: „Klar, es gibt immer mal wieder Schwierigkeiten, aber das lässt sich bei so vielen Menschen, mit denen wir zu tun haben, auch nicht vermeiden.“

Eine Wohnungsnot sieht Gindorf-Wagner im Saarland nicht. Sie räumt zwar ein, dass Bedarf an zusätzlichem Wohnraum besteht, allerdings sei der Druck nicht so groß wie in Ballungsräumen und in anderen Gebieten der Republik.

Neben Wohnhäusern und Quartieren hat sich die Woge in den vergangenen Jahren noch mit anderen Projekten beschäftigt. Diese „Vielseitigkeit“ unterstreichen Bernd Therre zufolge vor allem zwei Projekte: der Neubau des Jobcenters in der Innenstadt von Sulzbach sowie die Bergmannsalm auf der Halde des ehemaligen Bergwerks Reden, die zum „touristischen Magnet über die Landesgrenzen hinaus“ geworden sei.

Bernd Therre, Geschäftsführer der Woge Saar.
Bernd Therre, Geschäftsführer der Woge Saar. FOTO: SHS Strukturholding Saar - Manuela Meyer / Manuela Meyer
Rita Gindorf-Wagner, Geschäftsführerin der 
Woge Saar.
Rita Gindorf-Wagner, Geschäftsführerin der Woge Saar. FOTO: SHS Strukturholding Saar - Manuela Meyer / Manuela Meyer