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Kommentar
Wirklich alles gut?

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es gibt sie: die guten Zahlen aus Griechenland. Die muss man nicht zerreden. Aber sie sind auch mit Vorsicht zu genießen. Denn das Land ist und bleibt nicht stabil. Weil zwischen der Übernahme auferlegter Reformen und deren Wirkung eben doch ein Unterschied klafft.

Eine Steuerverwaltung kann man umbauen und neu strukturieren. Aber das heißt noch nicht, dass die Zahlungssünder auch bekehrt wurden. Noch immer gehen dem Land etliche hundert Millionen durch die Lappen. Obwohl es Kapitalverkehrskontrollen gibt, wandern weiter horrende Beträge auf die hohe Kante im Ausland. Und noch immer tut die Verwaltung sich schwer, ausländische Investitionen zügig zu ermöglichen. Es gibt somit beide Seiten: die Finanzminister der Eurogruppe, die durchaus bereit sind, mindestens ein Auge zuzudrücken. Aber da sind eben auch jene Ordnungspolitiker, die die Schwächen – und ohne ein viertes Hilfsprogramm keine Chance auf Besserung sehen. Das aber wird es nicht geben.