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Zuliefer-Streit
Wieder Warnstreiks bei der Neuen Halberg Guss

Rund 600 Beschäftigte der Neuen Halberg Guss haben sich gestern Mittag laut IG Metall an einem Warnstreik beteiligt.
Rund 600 Beschäftigte der Neuen Halberg Guss haben sich gestern Mittag laut IG Metall an einem Warnstreik beteiligt. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Im Streit um die Zukunft der Neuen Halberg Guss macht die IG Metall weiter Druck auf die Geschäftsführung. Gestern Mittag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben allein aus der Frühschicht 600 Mitarbeiter an einem Warnstreik. Von Volker Meyer zu Tittingdorf
Volker Meyer zu Tittingdorf

Sie versammelten sich vor dem Werkstor und zogen zur Turnhalle in Saarbrücken-Brebach, wo eine Kundgebung stattfand. Die beiden nächsten Schichten bis heute Morgen waren ebenfalls zu zweistündigen Warnstreiks aufgerufen. Am Freitag hatten laut IG Metall insgesamt rund 500 Beschäftigte zeitweise die Arbeit niedergelegt.


Die Gewerkschaft macht dem Management im Vorfeld der für Morgen angesetzten ersten Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag schwere Vorwürfe. „Anstatt die Sorgen und Nöte der Belegschaft ernst zu nehmen, werden Beschäftigte durch die Vorgesetzten unter Druck gesetzt und eingeschüchtert“, beklagte gestern Patrick Selzer, der 2. Bevollmächtigte der IG Metall Saarbrücken. Nicht Streiks erschütterten das Vertrauen der Kunden, sondern das Geschäftsgebaren des Unternehmens. Es müsse schnell ein Konzept für die Zukunft des Standorts Saarbrücken her, „damit wir nicht das Schicksal des Werks Leipzig erleiden“, sagte Selzer.

Die Unternehmensführung hatte vergangene Woche angekündigt, das Werk Leipzig mit seinen rund 600 Beschäftigten bis Ende 2019 zu schließen. In Saarbrücken sind 200 von 1500 Arbeitsplätzen bedroht. Der Stellenabbau ist aus Sicht der IG Metall eine Folge des jahrelangen Machtkampfs der Halberg-Guss-Muttergesellschaft Prevent mit dem Hauptkunden Volkswagen. Die Geschäftsführung behauptet dagegen, dass Volkswagen lange vor dem Einstieg von Prevent bei der Saarbrücker Gießerei im Januar geplant habe, die Aufträge drastisch zu kürzen.