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Viele Saar-Unternehmen setzen auf Amazon
Trump rügt Handelsriesen Amazon

Washington/Saarbrücken. Während in den USA der Druck wächst, nehmen die Umsätze in Deutschland zu. dpa

US-Präsident Donald Trump hat in einem für US-Republikaner ungewöhnlichen Schritt zu einem öffentlichen Rundumschlag gegen den Handelsriesen Amazon ausgeholt. „Sie zahlen wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und sie benutzen unser Postsystem als ihren Botenjungen“, schrieb Trump auf Twitter. Die republikanische Partei, für die Trump ins Weiße Haus eingezogen ist, steht normalerweise für einen wirtschaftsfreundlichen Kurs mit möglichst geringer Steuerlast für Unternehmen. Amazons Praktiken ließen den Vereinigten Staaten enorme wirtschaftliche Schäden entstehen, schrieb der Präsident.


Unterdessen hat  Amazon eine Untersuchung veröffentlicht, die deutschlandweit vergleicht, wie viele Unternehmen ihr Exportgeschäft über Amazon in die ganze Welt abwickeln. Demnach erzielten 2017 kleine und mittlere Unternehmen aus dem Saarland mit Hilfe des Amazon Marketplace Exportumsätze von über 20 Millionen Euro.  Insgesamt seien von mehreren hundert Saar-Betrieben über diesen Weg sowie weitere Amazon-Webseiten  500 000 Produkte in die ganze Welt verschickt worden. Jüngste Studienergebnisse der Wirtschaftsberatung Keystone Strategy zeigten zudem, dass Saar-Unternehmen, die über den Amazon Marketplace aktiv werden, über 900 Mitarbeiter beschäftigen, die für einen reibunsglosen Ablauf dieser Geschäfte sorgen. Bundesweit hochgerechnet erzielten die in Deutschland ansässigen Unternehmen über Amazon Marketplace Rekordumsätze in einer Größenordnung von über 2,1 Milliarden Euro und beschäfigten über 75 000 Mitarbeiter für die Verkäufe über Amazon Marketplace. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger begrüßt das Engagement von Saar-Unternehmen über Amazon. „Unsere Unternehmen erreichen so neue Kundenschichten auf der ganzen Welt und sorgen für Wachstum.“ Um diesen Prozess weiter zu unterstützen, setze die Landesregierung auf die Digitalisierung  sowie einen schnellen Ausbau der Breitband-Infrastruktur in der Region.  „Unser Ziel ist es, den saarländischen Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte ebenfalls ebenso zu helfen wie bei der  Weiterentwicklung des stationären Handels.“