| 20:24 Uhr

Textildiscounter KiK muss wegen Fabrikbrand in Pakistan vor Gericht

250 Menschen waren vor vier Jahren bei einem Brand in einer Textilfabrik in Karachi ums Leben gekommen. Foto: Khan/dpa
250 Menschen waren vor vier Jahren bei einem Brand in einer Textilfabrik in Karachi ums Leben gekommen. Foto: Khan/dpa FOTO: Khan/dpa
Dortmund. Im Kampf um Schadenersatz nach dem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik mit mehr als 250 Toten ist der Weg für eine Klage gegen das Textilunternehmen KiK vor einem deutschen Gericht frei. Das Landgericht Dortmund gab gestern bekannt, dass den Klägern Prozesskostenhilfe gewährt werde. Vier Pakistanis, ein Überlebender und drei Angehörige, verlangen in dem Zivilverfahren jeweils 30 000 Euro Schadenersatz. Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte ist es die erste zivilrechtliche Klage dieser Art in Deutschland. Die Kläger werfen KiK vor, für die "katastrophalen Brandschutzvorkehrungen" im Fabrikgebäude mitverantwortlich zu sein. Die Zahl der Toten sei damals so hoch gewesen, weil das Gebäude vergitterte Fenster hatte und die brennende Fabrik für viele Arbeiter zur tödlichen Falle wurde. Agentur

Im Kampf um Schadenersatz nach dem Brand in einer pakistanischen Textilfabrik mit mehr als 250 Toten ist der Weg für eine Klage gegen das Textilunternehmen KiK vor einem deutschen Gericht frei. Das Landgericht Dortmund gab gestern bekannt, dass den Klägern Prozesskostenhilfe gewährt werde. Vier Pakistanis, ein Überlebender und drei Angehörige, verlangen in dem Zivilverfahren jeweils 30 000 Euro Schadenersatz. Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte ist es die erste zivilrechtliche Klage dieser Art in Deutschland. Die Kläger werfen KiK vor, für die "katastrophalen Brandschutzvorkehrungen" im Fabrikgebäude mitverantwortlich zu sein. Die Zahl der Toten sei damals so hoch gewesen, weil das Gebäude vergitterte Fenster hatte und die brennende Fabrik für viele Arbeiter zur tödlichen Falle wurde.


KiK hatte nach dem Brand im September 2012 eine Soforthilfe gewährt. Eine Haftung sowohl nach deutschem als auch pakistanischem Recht weist das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Bönen (Kreis Unna) jedoch zurück. Das Feuer bei Ali Enterprises sei die Folge eines gezielten und heimtückischen Brandanschlages gewesen. Kik begrüße aber eine grundlegende juristische Prüfung des Falles. Die Textilfabrik in Karachi hatte vorwiegend im Auftrag von KiK produziert.