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Tausende demonstrieren für Zukunft von Bosch im Saarland

Viele Demonstranten hielten ein Plakat mit ihrer Kernforderung hoch: „Bosch bleibt“. Foto: Thorsten Wolf
Viele Demonstranten hielten ein Plakat mit ihrer Kernforderung hoch: „Bosch bleibt“. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. „Bosch bleibt“, hat die Belegschaft auf einer Großkundgebung in Homburg gefordert. „Bosch bleibt“, sicherte das Unternehmen zu und versuchte, die besorgten Mitarbeiter zu beruhigen. thw/mzt

Tausende haben gestern vor dem Bosch-Werk in Homburg demonstriert. Mehr als 3000 Menschen waren es nach Angaben der IG Metall - Mitarbeiter der saarländischen Bosch-Werke, von Bosch-Standorten in ganz Deutschland und Abordnungen von Metallbetrieben aus der Region. Die Gewerkschaft hatte zu der Großkundgebung aufgerufen. Das Motto: "Bosch bleibt". Unmittelbarer Anlass ist der Protest gegen die geplante Schließung des Bosch-Tochterunternehmens Bosch Emission Systems (BESG) in Neunkirchen Ende 2017. Aus Sicht der IG Metall geht es aber um mehr: Es ist auch ein Protest gegen Stellenabbau bei Bosch und Bosch Rexroth in Homburg . BESG-Betriebsratschef Axel Busch sprach sogar von einem "langsamen Sterben" von Bosch im Saarland insgesamt.



Bosch weist die Darstellung der Gewerkschaft vehement zurück. Das Unternehmen "bekennt sich zum Saarland und will den Standort technologisch weiter stärken", heißt es in einer Mitteilung. Von einem schleichenden Rückzug könne nicht die Rede sein. "Das ist definitiv nicht der Fall", sagte eine Bosch-Sprecherin. Sie wertet das Szenario, das die IG Metall zeichnet, als unverantwortliche Schwarzmalerei. Schließlich habe Bosch allein im Diesel-Werk Homburg von 2010 bis 2015 knapp 140 Millionen Euro investiert. Für dieses und das kommende Jahr "sind weitere Investitionen im dreistelligen Millionenbereich geplant", heißt es in der Mitteilung. Auch sei die Behauptung der IG Metall falsch, dass niemand mehr eingestellt werde. In den vergangenen Jahren seien im Durchschnitt jeweils rund 40 Lehrlinge nach ihrer Ausbildung unbefristet übernommen worden. Und darüber hinaus "gab es punktuell weitere Neueinstellungen", sagte die Bosch-Sprecherin. Dem nächsten Absolventenjahrgang habe Bosch bereits die Übernahme zugesichert. Genauso treffe nicht zu, dass bei einem möglichen Verkauf des BESG-Werks das 100 Mitarbeitern zugesicherte Rückkehrrecht ins Homburger Werk verfalle.

Auch werde an einem "Standortkonzept für das Saarland gearbeitet", sagte die Firmensprecherin. Damit will Bosch für die Zukunft der Werke Weichen stellen - nicht zuletzt mit Blick darauf, dass die Nachfrage nach Diesel-Autos sinken könnte.