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Steag-Großbatterien sorgen für Spannung

Vollgepackt mit Batterien sind die Container, die Schwankungen im Stromnetz ausgleichen sollen. Foto: steag
Vollgepackt mit Batterien sind die Container, die Schwankungen im Stromnetz ausgleichen sollen. Foto: steag FOTO: steag
Essen/Saarbrücken. Rund 100 Millionen Euro investiert der Kraftwerksbetreiber Steag in sechs Großbatterien. Diese sollen helfen, die Stabilität des Stromnetzes sicherzustellen. Drei Batterien kommen nach Bexbach, Fenne und Weiher. Lothar Warscheid

Der Essener Kraftwerksbetreiber Steag steigt erstmals mit Großbatterien in das Geschäft mit der Regelenergie ein, mit der Stromschwankungen im Netz ausgeglichen werden. Das Unternehmen stellt auf sechs seiner Kohlekraftwerks-Standorte Großbatterien auf, die zusammen eine Leistung von 90 Megawatt (MW) haben. Drei dieser Batterien mit jeweils 15 MW Leistung kommen an die saarländischen Steag-Standorte in Bexbach, Völklingen-Fenne und Weiher, drei weitere nach Nordrhein-Westfalen (NRW) in Herne, Lünen und Duisburg-Walsum.



Insgesamt investiert die Steag 100 Millionen Euro in diese Großbatterie-Systeme. Die Hälfte dieser Summe fließt ins Saarland. Inzwischen sind in Weiher, Herne und Lünen die Testläufe beendet. Außerdem haben die Übertragungsnetz-Betreiber - an der Saar ist das Amprion - die erforderliche Zulassung erteilt, so dass Batterie-Kolonnen dem Strommarkt zur Verfügung stehen. Die übrigen mit Kraftpaketen prallgefüllten Container sollen in den nächsten Monaten nach und nach in Betrieb genommen werden. "Öffentliche Förderung erhalten wir keine", sagt ein Steag-Sprecher. Bei der Bereitstellung dieser Regelenergie "werden auskömmliche Preise erzielt".

"Mit diesen Großbatterien sollen Stromschwankungen im Netz ausgeglichen werden", so der Sprecher. Durch die Energiewende treten diese Schwankungen verstärkt auf, weil die Sonne nicht immer scheint und auch der Wind weht, wann er will. Dieses Auf und Ab wird in dem Maße zunehmen, je mehr Windräder und Photovoltaik-Anlagen für die Stromversorgung zugeschaltet werden.

Die Netzbetreiber sind jedoch darauf angewiesen, stets soviel elektrische Energie zur Verfügung zu stellen, wie gerade nachgefragt wird, die Spannung stabil zu halten sowie die Wechselstrom-Frequenz von 50 Hertz pro Sekunde sicherzustellen. Es kann jedoch vorkommen, dass zu viel Strom eingespeist wird oder welcher abgerufen werden muss, wenn beispielsweise Windflaute herrscht. "Unsere Batteriesysteme sind in der Lage, innerhalb weniger Sekunden Energie aus dem Netz aufzunehmen oder ins Netz einzuspeisen", sagt der Steag-Sprecher.

Der Strombedarf der gekoppelten Märkte von Deutschland, Österreich, Schweiz, Belgien und den Niederlanden wird in wöchentlichen Auktionen ausgeschrieben. Wer den Zuschlag erhält, muss in dieser Woche stets eine hundertprozentige Strom-Verfügbarkeit sicherstellen. Zudem muss bei den Steag-Batterien die angeforderte Elektro-Energie mindestens eine halbe Stunde fließen.



Erste Erfahrungen mit Stromspeichern hatte Steag bereits im Jahr 2014 gesammelt. Damals wurde in Völklingen-Fenne das Batterie-System Lessy installiert. Lessy verfügte aber nur über eine Leistung von einem Megawatt. Dieses Projekt förderte das Bundesforschungsministerium seinerzeit mit 2,3 Millionen Euro .