| 20:42 Uhr

Geldwäsche-Vorwürfe
Ermittler durchsuchen Zentrale der Deutschen Bank

Frankfurt. Deutschlands größtes Geldhaus steht im Fokus von Staatsanwaltschaft und Steuerfahndern. Der Verdacht: Hilfe zur Geldwäsche. dpa

Die Deutsche Bank in Frankfurt ist gestern von einem Großaufgebot an Ermittlern durchsucht worden. Der Verdacht: Mitarbeiter des Konzerns halfen Kunden dabei, sogenannte Off-Shore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen und Gelder aus Straftaten zu waschen.


Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft richten sich die Ermittlungen konkret gegen zwei Mitarbeiter sowie „andere bislang nicht identifizierte Verantwortliche“ des Instituts. Den Beschuldigten werde vorgeworfen, pflichtwidrig keine Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet zu haben, obwohl bereits seit Beginn der jeweiligen Geschäftsbeziehungen ausreichende Anhaltspunkte dafür vorgelegen hätten, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, beim Verdacht, dass Kunden Gelder aus kriminellen Geschäften waschen wollen oder Transaktionen im Zusammenhang mit Terrorismusfinanzierung stehen, dies unverzüglich zu melden – unabhängig von der Höhe des Betrags.



Im vorliegenden Fall sollen über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein. Der Verdacht gegen die Mitarbeiter der Deutschen Bank ergab sich den Angaben der Ermittler zufolge nach einer Auswertung der Daten der sogenannten Offshore-Leaks und Panama Papers durch das Bundeskriminalamt (BKA).

„Wir waren der Ansicht, dass wir den Behörden alle relevanten Informationen zu den Panama Papers bereitgestellt hatten“, erklärte die Deutsche Bank in einer Stellungnahme. „Selbstverständlich werden wir eng mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main kooperieren, da auch uns daran gelegen ist, alle Verdachtsmomente aufzuklären. Wir haben in den vergangenen Jahren stets bewiesen, dass wir mit den Behörden vollumfassend kooperieren. Und das werden wir auch weiter so halten.“

An der großangelegten Aktion waren insgesamt 170 Beamte der Staatsanwaltschaft Frankfurt, des BKA, der Steuerfahndung und der Bundespolizei beteiligt.