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Logistik
Schenker will im Saarland weiter wachsen

Hans-Günter Feld belädt bei DB Schenker in Saarbrücken einen Lkw. Um einen Lastwagen optimal zu füllen, braucht es viel Erfahrung.
Hans-Günter Feld belädt bei DB Schenker in Saarbrücken einen Lkw. Um einen Lastwagen optimal zu füllen, braucht es viel Erfahrung. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. 1,1 Millionen Sendungen gehen mit Lkw von Schenker pro Jahr von Saarbrücken aus auf Tour. Das Unternehmen sucht im Saarland weiter nach einem neuen Standort. Von Thomas Sponticcia
Thomas Sponticcia

Der Logistik-Dienstleister DB Schenker in Saarbrücken soll weiter wachsen und deutschlandweit noch mehr Stückgut transportieren. Auch die Lieferbeziehungen zu den wichtigsten Partnern Frankreich, Österreich, Italien und Spanien werden weiter ausgebaut. Um diese Ziele zu erreichen, steht seit Jahresanfang die 53-jährige Französin Martine Weishar an der Spitze der in Saarbrücken-Güdingen ansässigen Geschäftsstelle Saarland der Schenker Deutschland AG. Sie kommt von der Spedition Asimex in Stiring-Wendel, die seit 2002 zu Schenker gehört.


Weishar erhofft sich insbesondere durch eine noch stärkere Zusammenarbeit mit Frankreich zum Beispiel einen Ausbau der Lieferbeziehungen zu Automobilzulieferern sowie der internationalen Verkehre. Auf deutscher Seite ist dies schon eine wichtige Säule des Geschäfts von DB Schenker.

.„Ich bin schon 30 Jahre in meinem Beruf und heute noch begeistert wie am ersten Tag“, sagt Weishar. Ihre Motivation: „Ich liebe Herausforderungen. Und arbeite gerne im Team. Wir beraten uns täglich“, sagt die Managerin über ihren Führungsstil. Auch die Belegschaft denkt international. Unter den insgesamt 500 Beschäftigten sind 100 Franzosen. Hinzu kommen noch 32 Auszubildende in sechs Berufen: von der Fachkraft für Lagerlogistik bis hin zu Informatik- und Bürokaufleuten. Sie sollen möglichst übernommen werden. Zudem sucht das Unternehmen immer wieder Fachkräfte.



Derzeit werden von Saarbrücken aus jährlich insgesamt 1,1 Millionen Sendungen mit einem Gesamtgewicht von 1,5 Millionen Tonnen zu europaweit 54 Empfangsstationen auf die Reise geschickt, 3000 Sendungen täglich. Das 6300 Quadratmeter große Terminal ist jedoch räumlich den höheren Anforderungen kaum noch gewachsen. Ein weiterer Ausbau lässt sich auf dem Gelände nicht mehr realisieren. Deshalb sucht Weishar für die Spedition immer noch nach einem neuen Standort. Bis 2020 will man ihn gefunden haben, denn dann endet der Mietvertrag in Güdingen. Am liebsten, so Weishar, würde man im Saarland und speziell im Großraum Saarbrücken bleiben. Doch eine greifbare Lösung zeichnet sich noch nicht ab. Die Pläne für eine Ansiedlung am Flughafen Saarbrücken-Ensheim oder in St. Ingbert stießen auf starken Widerstand.

Umsätze nennt das Unternehmen nicht. Konkurrenten sollen das nicht erfahren. Schenker setzt im Saarland auf einen eigenen Fuhrpark und eigene Fahrer. 54 Lkw fahren täglich im Terminal vor und werden an 59 Rampen beladen. Vor allem zwischen 4 und 7 Uhr sowie 17 und 19 Uhr am Abend herrscht eine Betriebsamkeit, die für einen Laien kaum überschaubar ist. Überall in der großen Verladehalle liegen große Pakete bereit, die nach Touren geordnet sind. Alle Sendungen sind automatisch gescannt. So kann der Kunde jederzeit erfahren, wo genau seine Ware gerade unterwegs ist, berichtet der Franzose Pascal Kremer, Leiter des Terminals als Herzstück der Spedition.

DB Schenker garantiert ab Saarbrücken eine Lieferung innerhalb von in der Regel 24 Stunden, in Ausnahmefällen innerhalb von 48 Stunden. 90 Prozent aller Transporte werden so verladen, dass die Güter zweistöckig übereinander gestapelt werden können. Kremer spricht von „Doppelstockverladung“. Darin liegt auch die größte Herausforderung, denn es gilt, möglichst platzsparend zu laden. „Um alleine all die Tricks zu kennen, wie man den Platz im Lkw optimiert, braucht man schon ein Jahr“, sagt Kremer. „Hier ist jeden Tag Action.“ Das fordert Kremer heraus. Deshalb ist er nach eigenen Worten schon viele Jahre dabei.

In der großen Verladehalle sind alle Touren gekennzeichnet. Saarbrücken etwa hat die Bezeichnung 66 SCN, Osnabrück 84. Die Nummer 391 steht für Paris, 496 für Nantes. Alleine in die französische Hauptstadt starten täglich zwei bis drei Touren, nach Lyon jeweils zwei. Eine besondere Spezialität ist der Weintransport. So hat DB Schenker Saarbrücken alleine 2017 rund 24,5 Millionen Flaschen Wein und Spirituosen aus Frankreich, Spanien, Italien sowie Portugal an saarländische Weinhändler sowie Supermärkte ausgeliefert. 1000 Lkw waren hierfür erforderlich. Von Saarbrücken aus werden zahlreiche Branchen betreut, darunter auch Möbelhersteller. Zudem werden täglich wichtige Flughäfen und Seehäfen ab Saarbrücken bedient.

Martine
Weishar leitet die DB-Schenker-Niederlassung in
Saarbrücken.
Martine Weishar leitet die DB-Schenker-Niederlassung in Saarbrücken. FOTO: Oliver Dietze