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Sparverhalten bleibt konservativ
Sparbuch bei Sparkasse Saarbrücken weiter gefragt

Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Saarbrücken.
Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Saarbrücken. FOTO: Sparkasse Saarbrücken / Becker & Bredel
Saarbrücken. Von Thomas Sponticcia
Thomas Sponticcia

Viele Kunden der Sparkasse Saarbrücken setzen weiter auf das Sparbuch statt auf alternative Anlagen wie etwa Fonds- und Wertpapiersparen. „Wir können feststellen, dass der Klassiker, das rote Sparbuch, nach wie vor hoch im Kurs steht“, sagte gestern der Vorstandschef der größten Sparkasse an der Saar, Werner Sander, in der Bilanz-Pressekonferenz.


Das Kreditinstitut bediene eine sehr konservative Klientel, in der Kunden auch gehäuft auf Sicherheit setzen. Zudem sparten Kunden oft kleine Beträge an, etwa für notwendige Anschaffungen. „Denen können Sie keinen Aktienfonds anbieten“, sagte Sander, zumal man bei Aktienanlagen sinnvollerweise einen langfristigen Anlagenhorizont von bis zu zehn Jahren einkalkulieren solle. Dennoch sei spürbar,  das sich allmählich auch mehr Kunden wegen guter Renditeaussichten für Fonds sowie andere Anlagen erwärmen können. Insgesamt stiegen die bilanzwirksamen Kundeneinlagen im Geschäftsjahr 2017 auf 4,76 Milliarden Euro, ein Anstieg um 8,5 Prozent. Den größten Anteil machten Spareinlagen aus (2,16 Milliarden Euro), gefolgt von Tagesgeld (2,0 Milliarden Euro).   Das Kreditinstitut im Regionalverband Saarbrücken mit 55 Filialen, 101 Geldautomaten und 1288 Mitarbeitern vergab Kredite im Gesamtwert von 5,1 Milliarden (plus 2,2 Prozent) und steigerte die Bilanzsumme auf 7,35 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,29 Milliarden). Gleichzeitig gewährte die Bank  Kundenkredite in einer Gesamthöhe von 5,15 Milliarden Euro (5,0 Milliarden Euro), den Löwenanteil an Firmen mit zwei Milliarden Euro (1,8 Milliarden), gefolgt von Privatkunden mit 1,59 Milliarden Euro (1,57 Milliarden) und Kommunen mit 1,13 Milliarden Euro (1,21 Milliarden Euro). Privatkunden setzten zudem weiter auf Immobilien als Altersvorsorge. Hier vergab die Bank Darlehenszusagen für den Wohnungsbau in Höhe von 237 Millionen Euro, ein etwa gleich hohes Niveau wie 2016, betonte Vorstand Uwe Kuntz, zuständig für das Privatkundengeschäft. Auch die  Fusion der Sparkasse Saarbrücken mit der Stadtsparkasse Völklingen ist inzwischen abgeschlossen.

Sorge bereitet Vorstandschef Sander die Entwicklung der Kassenkredite an der Saar, die in erster Linie von Kommunen beansprucht werden. Die Landesregierung plane, einen Saarlandfonds einzurichten, in dem die Kassenkredite gebündelt werden. Derzeit werde darüber spekuliert, dass die Abwicklung künftig über die Saar-LB laufen soll. Hier gehe es um eine Größenordnung von rund zwei Milliarden Euro, die die Saar-LB nach den Worten von Sander „auch nicht alleine stemmen kann“. Die Sparkasse Saarbrücken wolle den gleichen Anteil an Kassenkrediten wie bisher in einem neuen  Saarlandfonds sichergestellt wissen, da die Kassenkredite auch Einfluss auf die Ertragslage der Bank und Refinanzierungen hätten.