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Reisekasse
So bezahlen Urlauber am besten im Ausland

Kreditkarten sind besonders im Ausland beliebte Zahlungsmittel.
Kreditkarten sind besonders im Ausland beliebte Zahlungsmittel. FOTO: dpa / Marius Becker
Saarbrücken. Bankexpertinnen geben Tipps für die Reisekasse. Sie empfehlen, ins Ausland immer zwei Zahlungskarten mitzunehmen.

Die Sommerferien rücken näher. Der Urlaub steht bevor. Dann stellt sich nicht nur die Frage, was man in den Koffer packen will, sondern auch, wie man die Reisekasse ausstattet.  Fragen dazu beantworteten bei einer SZ-Telefonaktion die Bankexpertinnen Anja Eisenbarth  von der Sparkasse Saarbrücken und Barbara Herrlinger  von der Deutschen Bank.


Wir fliegen nach Singapur und fahren dann mit der Aida nach Japan. Wie soll unsere Reisekasse ausgestattet sein?



Mit einer Kreditkarte sind Sie bestens ausgestattet, sowohl bei bargeldlosen Zahlungen als auch bei Verfügungen am Geldautomaten. Nehmen Sie noch einen kleinen Handbestand US-Dollar für erste Ausgaben mit.

Welche Währung sollte ich an Geldautomaten außerhalb der Eurozone wählen?

Wenn Ihnen angeboten wird, die Landeswährung in Euro um- oder abzurechnen, sollten Sie vorsichtig sein. Die Automaten locken häufig mit dem Versprechen „garantierter Wechselkurs“, wobei sie dann den Kurs und auch die Provision bestimmen. In den meisten Fällen kann Sie das teuer zu stehen kommen. Daher ist es besser, die Option „direkte Auszahlung“ oder „ohne Währungsumrechnung“ am Automaten zu wählen.

Wir besuchen unseren Sohn in den USA. Wie können wir dort Geld sparen, wenn wir mit der Girocard Bares am Automaten abheben und wie hoch sind die Gebühren bei bargeldlosen Zahlungen mit der Kreditkarte?

Fragen Sie bei Ihrer Hausbank nach, ob es Partnerbanken in den USA gibt, bei denen das Geldabheben günstiger oder sogar kostenfrei ist. Das Auslandsentgelt beträgt pro Betrag 1,75 Prozent, das Minimum ist 1,50 Euro.

Ich habe nur eine Girocard. Reicht das für meinen Auslandsurlaub?

Das können wir nicht empfehlen. Grundsätzlich sollten Sie immer zwei Möglichkeiten haben, an Geld zu kommen oder zu bezahlen. Es könnte zu Akzeptanzproblemen mit einer Karte kommen, und außerdem kann eine Zahlungskarte auch mal defekt sein. Achten Sie auch auf die Symbole auf Ihrer Girocard: Das Maestro-Zeichen steht für weltweite Akzeptanz, während Karten mit dem V-Pay-Logo hauptsächlich innerhalb Europas funktionieren. Bargeld sollten Sie nur so viel mitnehmen wie nötig.

Gibt es eine Faustregel, wie viel Bargeld man für einen Pauschalurlaub dabei haben sollte?

In der Regel sollten Sie nur so viel Bargeld mitnehmen, wie Sie für die ersten Ausgaben benötigen. Denn bei Diebstahl oder Verlust ist Bares weg. Normalerweise reichen zirka 100 bis 200 Euro, oder der entsprechende Gegenwert in der Landeswährung. Damit lassen sich in den ersten Tagen zum Beispiel ein Snack und Einkäufe bezahlen. Kleine Scheine erleichtern den Alltag, besonders wenn Sie Trinkgelder geben möchten.

Ich fahre bald nach Polen. Wie zahle ich dort am besten und wie ist der Kurs für die Landeswährung?

Weniger Gebühren fallen an, wenn Sie mit Ihrer Girocard Geld abheben und mit der Kreditkarte bargeldlos bezahlen. Den aktuellen Kurs können Sie bei Ihrem Institut erfragen.

Wo tausche ich mein Geld am besten um?

Oft ist es vorteilhafter, die Währung erst im Ausland zu tauschen. Das hängt aber vom Reiseland ab. Erkundigen Sie sich vorher bei Ihrer Bank oder Sparkasse, was für Sie günstiger ist.

Ist es ratsam im Ausland bei „fliegenden Händlern“ auf der Straße Geld zu tauschen?

Das würde ich Ihnen nicht empfehlen. Bevor Sie schlechte Wechselkurse in Kauf nehmen, sollten Sie besser am Flughafen, im Hotel oder bei einer offiziellen Bank umtauschen. Informieren Sie sich am besten vorab, wie viel zum Beispiel 100 Euro in der Landeswährung wert sind.

Was mache ich, wenn meine Zahlungskarten weg sind?

Gestohlene oder verlorene Karten müssen sofort gesperrt werden! Für sämtliche girocards und fast alle Kreditkarten gilt der zentrale Sperr-Notruf +49 116 116* beziehungsweise. +49 (0)30 4050 4050*. Eine Übersicht mit allen Sperrnummern finden Sie im SOS-Infopass unter www.kartensicherheit.de. Tipp: Machen Sie eine Kopie Ihrer Karten, dann haben Sie bei einer Sperrung alle Daten zur Hand. Bei Diebstahl sollten Sie auch Anzeige bei der Polizei erstatten.