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Strom und Wärme
Selbst erzeugte Energie kann teuer werden

Saarbrücken. Auf einige saarländische Unternehmen, die Wärme und Strom in eigenen Anlagen selbst erzeugen, kommen ab dem kommenden Jahr unter Umständen erhebliche Mehrbelastungen zu. Denn die EU will ihnen die Befreiung von der Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) streichen. Das soll für alle Anlagen der so genannten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gelten, die nach dem 1. August 2014 in Betrieb genommen wurden. Die Betreiber solcher KWK-Anlagen werden ab 1. Januar verdonnert, den vollen Satz von künftig 6,8 Cent je Kilowattstunde (kWh) auf selbstgenutzten Strom zu zahlen. Das sind etwa vier Cent mehr als bisher.
Lothar Warscheid

Das Saar-Wirtschaftsministerium meint, dass sechs Unternehmen im Land von dieser Regelung betroffen sind. „Wir gehen von zusätzlichen Belastungen in einer Größenordnung von mehr als zehn  Millionen Euro pro Jahr aus“, sagt unterdessen Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes. Die Kammer befürchtet, dass von dieser Neuregelung „die Wirtschaftlichkeit der bestehenden Anlagen massiv betroffen wäre“. „Einige Projekte wären unter solchen Rahmenbedingungen wohl gar nicht erst realisiert worden“, meint Klingen. Derzeit führt das Ministerium Gespräche mit den sechs Firmen. Zusammen mit ihnen soll eine saarländische Position erarbeitet werden, die „dann auch mit Nachdruck in Richtung Bundesregierung vertreten werden soll“, sagt Rehlinger.



Denn es soll erreicht werden, dass diese Mehrkosten nicht auf die Unternehmen zukommen. Es sei wichtig, nun für die künftige Handhabung der EEG-Umlage „eine vernünftige und verlässliche Lösung zu finden, die auch den Regeln des Beihilferechts standhält“, sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). KWK-Anlagen sieht sie als „wesentlichen Beitrag zur nationalen und regionalen Energiewende“. Man könne auf deren Effizienz- und Klimaschutzpotenziale nicht verzichten.

Bundesweit sollen nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) rund 10 000 Anlagen betroffen sein. Auch beim DIHK herrscht  Unverständnis.