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Schülerfirmenmesse
Schoko la Saar macht Heimat zum Reinbeißen

Sie konnten mit ihrer Saarland-Schokolade die Jury beim Schülerfirmen-Wettbewerb überzeugen, die Mitglieder von Schoko la Saar. Auf dem Foto präsentieren Tillmann Braul (Marketing), Julia Jahanara (Verwaltung), Lea Ecker (Verwaltung), Selina Bins (Vorstandsvorsitzende) und Christina Mavrov (Finanzen) die drei Schoko-Sorten.
Sie konnten mit ihrer Saarland-Schokolade die Jury beim Schülerfirmen-Wettbewerb überzeugen, die Mitglieder von Schoko la Saar. Auf dem Foto präsentieren Tillmann Braul (Marketing), Julia Jahanara (Verwaltung), Lea Ecker (Verwaltung), Selina Bins (Vorstandsvorsitzende) und Christina Mavrov (Finanzen) die drei Schoko-Sorten. FOTO: Rich Serra
Neunkirchen. Jedes Jahr lernen Schüler in Firmenprojekten, wie Wirtschaft funktioniert. Am besten schnitt diesmal das Saarpfalz-Gymnasium ab. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

„Möchten Sie vielleicht mal probieren?“ Diesen Satz hörten Passanten in Saarpark-Center Neunkirchen am Samstag immer wieder. Die Mitglieder der Schülerfirma Schoko la Saar machten bei der Schülerfirmenmesse Firmes überzeugend Werbung für ihr Produkt: Schokolade in Saarland-Form. Nicht nur die Präsentation der Schokolade in drei Geschmacksrichtungen überzeugte die Jury, das Gesamtkonzept der Schüler des Saarpfalz-Gymnasiums in Homburg war so bestechend, dass die Schülerfirma den ersten Preis erzielen konnte.


18 Schülerfirmen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg haben in Neunkirchen ihre Projekte und Unternehmen präsentiert. Bei dem Schülerfirmen-Projekt, das von der Organisation Arbeits-Leben Wirtschaft Schule e.V. (Alwis) veranstaltet wird, geht es darum, Schüler der Mittel- und Oberstufe an das Wirtschaftsleben heranzuführen. Im Rahmen des Projektes entwickeln sie eine Firmen-Idee, bauen innerhalb eines oder auch mehrerer Schuljahre eine Firmenorganisation mit Verwaltung, Marketing, Vertrieb und Produktion auf, sie werben über Anteilsscheine Startkapital ein und suchen teilweise auch Kooperationspartner.

Bei Schoko la Saar gab es schon bei der Ideen-Findung Bewegung: „Ursprünglich wollten wir Nudeln in Saarland-Form herstellen“, sagt Vorstandschefin Selina Bins. Schnell hätten sie dann aber Schokolade als das bessere Produkt identifiziert. Das Schülerteam der 11. Klasse zeichnet für das gesamte Konzept verantwortlich, von der Produktidee bis zur Präsentation und dem Firmennamen. „Wir wollten einen Namen mit Bedeutung“, sagt Bins zur Doppeldeutigkeit von Schoko la Saar. Für die Produktion konnte das Schüler-Unternehmen auf einen starken Partner bauen. Die Schokolade wird von Hoco in Bexbach hergestellt, einer Schwesterfirma der Saarlouiser Schoko-Firma Trumpf. Auch ihre Deko-Entwürfe für die Verpackungen haben die Schüler dann gemeinsam mit einer Braunschweiger Werbeagentur professionell umgesetzt, gedruckt und mit den Pflichtangaben ergänzt.

Schon jetzt ist die Firma höchst erfolgreich. Die erste Produktion von 3000 Tafeln ist weitgehend verkauft, die zweite Tranche ist mit 9000 bis 12 000 Tafeln geplant. Und die Schokolade soll jetzt auch in den saarländischen Globus-Märkten verkauft werden. Angesichts dieses Erfolgs wollen die Schüler auch nach dem Projektjahr weitermachen. Gewinne stehen dabei nicht im Fokus: „Der Erlös der Firma geht an ein Kinderhospiz“, sagt Bins.

Ähnlich professionell wie Schoko la Saar präsentiert sich auch die Firma Revelc vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Kaiserslautern. Die dortigen Schüler aus dem Sozialkunde-Leistungskurs haben für ihre Schülerfirma einen Spiegel entwickelt, auf dem je nach Wunsch unterschiedliche Nachrichten, der Wetterbericht oder auch Firmenwerbung gezeigt wird. „Wir haben mehrere Mitglieder, die stark an Informatik interessiert sind“, sagt Vorstandschef Simon Endres. Das Konzept der Firma: den Spiegel, der in mehreren Größen hergestellt werden kann und der mit einem eigenen Computer ausgestattet ist, ganz nach Kundenwunsch zu programmieren. „Die Idee haben wir im Internet entdeckt, dann aber noch einmal weiterentwickelt“, sagt Endres. Und auch sie sind schon erfolgreich. Es gebe schon mehrere Anfragen für die mit rund 350 Euro für eine Schülerfirma kostspieligen Produkte. Revelc konnte sich den zweiten Platz beim Schülerfirmen-Wettbewerb sichern.



Schokoladig geht es auch bei den drittplatzierten zu, der Firma Fairy Dream der Walter-Bruch-Schule in St. Wendel. Das Schüler-Team stellt Pralinen und Liköre mit Märchen-Motto her. Da gibt es Rotkäppchen-Himbeer-Produkte, oder Limette-Vanille-Süßigkeiten im Froschkönig-Design. Vor allem der Eigen-Einsatz ist bei dieser Firma hoch: Die Produkte werden von den Schülern alle zeitaufwändig in einer Großküche hergestellt.

Einen Sonderpreis für Soziales Engagement bekam die Firma Unity vom KBBZ Neunkirchen, die T-Shirts und Hoodies mit selbst entwickelten Motiven bedruckt hat. Das Thema Einheit steht bei den Schülern verschiedenster Herkunft ebenso im Fokus wie Ökologie und Hilfe: Die Erlöse gehen an krebskranke Kinder sowie Projekte in Ruanda.

Im Bereich Technologie und Digitalisierung ging ein Sonderpreis an die Schüler des Albert-Schweizer-Gymnasiums in Dillingen. Mit ihrem Unternehmen Tcrownapps haben sie eine App programmiert, die dem Nutzer 99 Tage lang Aufgaben stellt, bei denen diese sich für die Umwelt, die Gesellschaft und ihre eigene Gesundheit einsetzen sollen.

Die Zweitplatzierten der Schülerfirmenmesse von der Firma Revelc: Simon Endres, Gregor Bauser, Magdalena Kirch, Marlies Meier, Juliana Schmunk, Lars Truderung, Chantal Diehl und Til Geib (v.l.).
Die Zweitplatzierten der Schülerfirmenmesse von der Firma Revelc: Simon Endres, Gregor Bauser, Magdalena Kirch, Marlies Meier, Juliana Schmunk, Lars Truderung, Chantal Diehl und Til Geib (v.l.). FOTO: Rich Serra