| 19:59 Uhr

Saarbrücker ItN Nanovation baut wieder auf Saudi Arabien

Saarbrücken. Nach einer Fast-Insolvenz gilt beim Nano-Spezialist ItN Nanovation das Prinzip Hoffnung. Aufträge aus Saudi-Arabien sollen nun doch noch realisiert werden. Joachim Wollschläger

ItN-Chef Lutz Bungeroth gibt sich wegen guter Nachrichten wieder optimistisch: Saudi-Arabien habe seine Budgets wieder freigegeben, sagt er. Und damit sei nun auch der Weg wieder frei für millionenschwere Projekte für den Saarbrücken Filterspezialisten.


Seit Jahren schreibt das Saarbrücker Nano-Unternehmen rote Zahlen. Und seit Jahren hofft ItN-Nanovation auf die Kehrtwende durch die Millionen-Aufträge für Wasser-Filtrationsanlagen in Saudi-Arabien. Und seit Jahren erleidet das Unternehmen Rückschläge. Die letzten brachte der niedrige Ölpreis mit sich. Denn wegen der sinkenden Einnahmen hatte Saudi-Arabien sämtliche Projekte auf Eis gelegt.

In Folge musste die Firma, der damit mehrere Großprojekte weggebrochen waren, im Mai 2016 Insolvenz anmelden. Im ersten Halbjahr war der Umsatz um 464 000 Euro auf 864 000 Euro gefallen - bei einem Verlust von 1,3 Millionen Euro.

Der Insolvenzantrag konnte wegen des Einstiegs eines chinesischen Investors zurückgekommen werden - nun hat der chinesische Maschinenbauer Shanghai SafBon Investments beim Nano-Spezialisten das Sagen. Und nun besteht auch wieder Hoffnung auf Realisierung der anstehenden Aufträge: "Wir haben jetzt die Aufträge aus Saudi-Arabien abgesichert - die sind ja nie gekündigt worden", sagt Bungeroth. Außerdem sei nun geplant, das Geschäft mit Meerwasser-Filtration weltweit auszubauen - mit dem chinesischen Maschinenbau-Konzern im Rücken.

Bisherige Probleme, wie fehlende Produktionskapazitäten , hätten sich durch den Einstieg erledigt, sagt Bungeroth. Gerade werde eine Produktion in China aufgebaut. Die 30 Mitarbeiter in Saarbrücken seien vornehmlich Ingenieure. Und die hätten dem Unternehmen selbst in der Krise die Stange gehalten. "Wir hatten glücklicherweise trotz des Insolvenzantrags nicht die Situation, dass uns die Mitarbeiter mit fliegenden Fahnen verlassen haben", sagt Bungeroth.



Nach dem Verkauf der Tochter Cera-Novis an die Beteiligungsgesellschaft WCNB GmbH im Dezember - ein Schritt, den Bungeroth eigenen Angaben zufolge bereits seit mehreren Jahren verfolgt - ist ItN komplett auf die Wasserfiltration konzentriert. Gemeinsam mit weiteren Safbon-Töchtern in Österreich und der Schweiz - in Österreich gehört der Wasseraufbereiter KWI zum chinesischen Konzern - soll ItN nun neben dem mittleren Osten auch den chinesischen Markt, Südasien und die USA angehen.