| 21:07 Uhr

Konjunktur
Saar-IHK erwartet 3000 neue Stellen

Montage bei Ford in Saarlous: Vor allem die Autoindustrie läuft nach Aussage der IHK aktuell sehr gut.
Montage bei Ford in Saarlous: Vor allem die Autoindustrie läuft nach Aussage der IHK aktuell sehr gut. FOTO: Oliver Dietze / dpa
Saarbrücken. Die Kammer geht weiter von einem Aufschwung im Saarland aus. Die Unternehmen blicken mit großem Optimismus in die Zukunft. dpa
Joachim Wollschläger

Die saarländische Wirtschaft geht auch zum Jahresende nicht davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum abkühlt. Obwohl die Unternehmen ihre Lage insgesamt etwas weniger optimistisch beurteilen als im vergangenen Monat, ist die Erwartung für die kommenden sechs Monate mehr als positiv. Das ist das Ergebnis des IHK-Konjunkturbarometers, für das die saarländische Industrie- und Handelskammer regelmäßig rund 300 Unternehmen mit gut 120 000 Beschäftigten befragt.


„Die Saarwirtschaft wird weiter von der guten Weltkonjunktur und insbesondere von der Erholung im Euroraum profitieren“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. „Zusätzliche Impulse kommen von der deutschlandweit anziehenden Investitionsnachfrage und vom privaten Konsum.“ Klingen rechnet damit, dass angesichts der guten Entwicklung auch der Arbeitsmarkt weiter zulegt. „Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erwarten wir im Verlauf des kommenden Jahres einen Zuwachs von 3000 neuen Arbeitsplätzen“, sagt er.

Aktuell bewerten im Saarland 55 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 40 Prozent mit befriedigend und nur fünf Prozent mit schlecht. Im Dienstleistungssektor berichten sogar rund 95 Prozent der befragten Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Mit viel Schwung laufen nach Angaben der IHK die Geschäfte im Fahrzeugbau sowie in der Medizin- und Regeltechnik. Verhaltener, aber immer noch gut,  sei die Lage bei der Herstellung und Bearbeitung von Metallwaren, im Stahlbau, im Maschinenbau, in der Keramikindustrie, bei den Gießereien sowie im Ernährungsgewerbe.

Deutschlandweit zeigt sich die Stimmung etwas weniger gut als im Saarland. Die Bewertung der aktuellen Lage fiel zwar noch etwas günstiger aus, doch dafür ist der Blick in die Zukunft gedämpfter als bei den hiesigen Unternehmen. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel um 0,4 Punkte auf 117,2 Zähler

„Zur Weihnachtszeit ist die Stimmung in den deutschen Chefetagen ausgezeichnet, aber nicht mehr ganz so euphorisch wie im Vormonat“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Umfrageergebnisse. Besser war die Stimmung im Einzelhandel, der von einem „glänzenden Weihnachtsgeschäft“ berichtet habe, sowie im Baugewerbe. In der Industrie und im Großhandel gab das Geschäftsklima dagegen nach.