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Fernverkehr
Saar-Parteien drängen auf bessere Bahn-Anbindung

Saar-Grünen-Chef Markus Tressel sieht in dem Vorhaben einen Versuch, „von ihrem jahrelangen verkehrspolitischen Versagen abzulenken“.
Saar-Grünen-Chef Markus Tressel sieht in dem Vorhaben einen Versuch, „von ihrem jahrelangen verkehrspolitischen Versagen abzulenken“. FOTO: dpa / Jan Woitas
Saarbrücken. Die Fernzugverbindungen von und nach Saarbrücken müssen besser werden. In dieser Forderung sind sich alle einig, die sich zum Vorstoß von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) äußern. Von Thomas Sponticcia
Thomas Sponticcia


Sie hatte angekündigt, bei der Bundesregierung Druck machen zu wollen für mehr Fernverbindungen auf der Strecke Frankfurt-Saarbrücken-Paris, für eine Morgenverbindung nach Berlin und einen direkten Zug nach München (wir berichteten). Keineswegs erntet sie aber nur Zustimmung.

Saar-Grünen-Chef Markus Tressel sieht in dem Vorhaben einen Versuch, „von ihrem jahrelangen verkehrspolitischen Versagen abzulenken“. Statt großer Worte brauche es konkrete Taten. Tressel schlägt einen gemeinsamen Vorstoß des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz bei der Bahn vor. Eine Vereinbarung solle garantieren, „dass ICE- oder IC-Züge auch mit Fahrkarten des Nahverkehrs ohne Aufpreis nutzbar sind“. Dafür zahlen beide Länder der Bahn einen Tarifausgleich. „So werden Fernverkehrszüge für die Bahn wirtschaftlich.“ Und Nahverkehrs-Kunden bekämen ein besseres Angebot.



Der AfD-Landtagsfraktion genügt es nicht, dass Rehlinger bei der Bundesregierung vorstellig werden will. Die Fraktion fordert Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) auf, mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Bahn-Anbindung des Saarlandes zu reden. Und zu einer seriöse „Frankreich-Strategie“ gehöre auch, dass sich Deutschland und Frankreich um eine bessere Zugverbindung vom Saarland nach Luxemburg über Thionville kümmern.

Unterstützung bekommt Rehlinger von Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD). Sie schlägt eine Saar-Allianz aus Kommunen, Kammern, Hochschulen und weiteren Institutionen vor, „um gemeinsam bei der Bundesregierung mit einer Stimme aufzutreten“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Saarbrücken.