| 20:43 Uhr

Wien
Opec drosselt die Ölförderung

An den Tankstellen drohen höhere Spritpreise.
An den Tankstellen drohen höhere Spritpreise. FOTO: dpa / Christophe Gateau
Wien. Absprache zwischen 25 Staaten soll die tägliche Menge deutlich senken und den Preisverfall stoppen.

Das Ölkartell Opec hat sich mit den verbündeten Nicht-Opec-Ländern einschließlich Russland („Opec+“) gestern nach längeren Verhandlungen auf eine Drosselung der Ölproduktion geeinigt. Für Autofahrer und Verbraucher weiterer Öl-Endprodukte könnte das bedeuten, dass es aufgrund der geringeren Menge des Rohstoffs daher in nächster Zeit wieder teurer werden kann, wenn man an die Tankstelle fährt.


Wie der iranische Ölminister Bidschan Namdar Sanganeh in Wien in einem Interview mit dem  iranischen Staatsfernsehen ausführte, wollen die 25 kooperierenden Staaten künftig insgesamt 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag weniger fördern. In dieser Verteilung entfallen 800 000 Barrel auf die 15 Opec-Staaten, die restlichen 400  000 auf die Verbündeten.

Der Einigung waren stundenlange Diskussionen über den künftigen Kurs  vorausgegangen. Wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war, gab es vor allem Gespräüchsbedarf zwischen Saudi-Arabien, dem Iran und dem Nicht-Opec-Staat Russland. Bereits am Donnerstag hatten sich Vertreter der 15 Opec-Staaten zu Verhandlungen getroffen, allerdings danach noch keine greifbaren Ergebnisse verkündet. Der Iran wird aufgrund der verhängten Sanktionen aus den Vereinigten Staaten von den jetzt verkündeten Kürzungsplänen ausgenommen.



Bereits seit Anfang Oktober ist der Ölpreis um fast 30 Prozent gesunken. Schon die ersten Gerüchte über eine Einigung der „Opec+“ sorgten aber wiederum für einen deutlichen Anstieg. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Freitagnachmittag noch 63,04 US-Dollar, das waren 2,98 Dollar mehr als am Donnerstag. Anfang Oktober hatte der Preis für ein Barrel Brent zeitweise bei mehr als 85 Dollar gelegen. Experten hatten am Freitag vor dem Beginn  der  Beratungen tägliche Kürzungen von einer Million Barrel und mehr erwartet. Analyst Jan Edelmann von der HSH Nordbank hielt es angesichts der langen Verhandlungen auch für möglich, dass Saudi-Arabien notfalls allein eine Kürzung um bis zu 1,2 Millionen Barrel durchsetzen könnte, sollte es keine Einigung in dieser Frage geben. Wie lange es dauert, bis die beschlossene Kürzung er Erdölfördermengen an den Tankstellen ankommt und die Verbraucher in Form, von steigenden Preisen erreicht, ist unterdessen noch unklar. Es könnte jedoch schon am Wochehende zu weiteren Preiserhöhungen kommen.