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Staatsfinanzen
Ökonomen fordern radikale Reformen der Eurozone

Berlin/Brüssel. Angesichts der Risiken für eine neue Finanzkrise fordern deutsche und französische Ökonomen grundsätzliche Reformen in der Eurozone. „Die Europäische Währungsunion hat nach wie vor erhebliche Schwächen, ihre institutionelle und finanzielle Architektur ist instabil“, heißt es in einem Papier, das gestern vorgestellt wurde. Sorgen bereiten die weiter hohen Staatsschulden und das große Volumen an faulen Krediten in den Bankbilanzen. „So, wie die Eurozone im Augenblick aufgestellt ist, ist der Euro nicht nachhaltig“, sagte der Co-Autor des Papiers und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

Angesichts der Risiken für eine neue Finanzkrise fordern deutsche und französische Ökonomen grundsätzliche Reformen in der Eurozone. „Die Europäische Währungsunion hat nach wie vor erhebliche Schwächen, ihre institutionelle und finanzielle Architektur ist instabil“, heißt es in einem Papier, das gestern vorgestellt wurde. Sorgen bereiten die weiter hohen Staatsschulden und das große Volumen an faulen Krediten in den Bankbilanzen. „So, wie die Eurozone im Augenblick aufgestellt ist, ist der Euro nicht nachhaltig“, sagte der Co-Autor des Papiers und Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.


Die Ökonomen schlagen unter anderem eine Art Schlechtwetterfonds vor, um große wirtschaftliche Krisen abzufedern. Er soll durch Beiträge der Mitgliedstaaten finanziert werden. Die bisherigen komplizierten Schuldenregeln sollten vereinfacht  werden. Eine unabhängige Institution soll Fiskalpolitik der Mitgliedstaaten überwachen. Die Verantwortung für die Vergabe von Hilfskrediten mit Auflagen für Krisenstaaten soll vollständig in Händen eines reformierten Euro-Rettungsfonds ESM liegen. Die Staatsausgaben sollen auf lange Sicht nicht schneller wachsen dürfen als das nominale Bruttoinlandsprodukt und langsamer in Ländern, die ihre Schuldenquote verringern müssen.