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| 20:33 Uhr

Bauwirtschaft
OBG setzt auf Wachstumsregionen

So soll die neue Zentrale des Sensor-Herstellers IEE im luxemburgischen Bissen einmal aussehen.
So soll die neue Zentrale des Sensor-Herstellers IEE im luxemburgischen Bissen einmal aussehen. FOTO: OBG
Ottweiler. Der Plan der Baugruppe OBG, in benachbarte Boomregionen wie Luxemburg und Rhein-Main vorzustoßen, geht offenbar auf.
Lothar Warscheid

Für die Ottweiler Baugruppe OBG hat es sich jetzt schon bezahlt gemacht, dass sie in Luxemburg und im Rhein-Neckar-Raum mit eigenen Gesellschaften vertreten ist. „Dadurch werden wir als regionale Unternehmen wahrgenommen, was uns bei der Auftragsvergabe sehr entgegenkommt“, sagt Jürgen Raber, Chef des mittelständischen Unternehmensverbunds. OBG Lux und OBG Rhein-Neckar mit Sitz in Mannheim haben derzeit Bauaufträge für mehr als 80 Millionen Euro in den Büchern.

Im Großherzogtum zieht OBG derzeit in Bissen eine neue Firmenzentrale für den Sensorhersteller IEE hoch. Das Gebäude, bei dem vor wenigen Tagen Richtfest gefeiert  wurde, bietet auf 13 000 Quadratmetern Platz für 400 Mitarbeiter. Neben Büros sind auch Labore vorgesehen. Das Netto-Auftragsvolumen (ohne Mehrwertsteuer) liegt bei 25 Millionen Euro. IEE entwickelt und produziert zahlreiche Sensoren, unter anderem für die Automobilindustrie. Ein Beispiel: Wenn jemand vergessen hat, sich im Auto anzuschnallen, löst eine IEE-Sensormatte das Geräusch aus, das die Fahrzeuginsassen an diese Nachlässigkeit erinnert. In Gebäuden werden IEE-Sensoren eingesetzt, um die Leute zu zählen, die rein- und rausgegangen sind. Weltweit beschäftigt IEE rund 2900 Mitarbeiter.

Die kleine Gemeinde Bissen ist derzeit als Standort offenbar sehr begehrt. Wo jetzt das IEE-Gebäude hochgezogen wird, „soll im Umfeld ein kompletter Innovationscampus rund um das Thema Automotive und Mobilität entstehen“, erläuterte Bissens Bürgermeister Jos Schummer anlässlich des IEE-Richtfestes. 4000 Menschen sollen später dort arbeiten. Weitere große Bauvorhaben werfen bereits ihre Schatten voraus. So plant der Reifenhersteller Goodyear dort ebenfalls ein Kompetenzzentrum, wo die Anforderungen an die Pneus von morgen erforscht werden. Auch der Internet-Gigant Google hat sich in Bissen ein fast 34 Hektar großes Grundstück für den Bau eines so genannten Data-Centers gesichert. „Es gibt für uns also genug zu tun“, meint der OBG-Statthalter im Großherzogtum, Gerd Corea. Er hofft, von dem Bauboom in Luxemburg weiter profitieren zu können.

OBG Lux ist bereits seit mehr als zehn Jahren im Nachbarland tätig. Auf der Referenzliste stehen Kläranlagen, Schwimmbäder oder Brücken. „Das Vertrauen besonders zu kommunalen Auftraggebern ist längst gefestigt“, sagt Geschäftsführer Corea. Inzwischen beschäftigt OBG im Nachbarland 130 Mitarbeiter. Die Nähe zur saarländischen Muttergesellschaft habe große Vorteile. Das gesamte Leistungsspektrum der Gruppe beim Hoch- und Tiefbau, aber auch bei der technischen Gebäude-Ausstattung und der Betonsanierung „kann zeitnah und flexibel abgerufen werden“.

„Wachsen können wir nur noch in prosperierenden Wirtschaftsräumen“ sagt OBG-Chef Raber. „Diese sollten aber nicht allzu weit vom Saarland entfernt sein.“ So habe es nahegelegen, auch in der Region rund um Mannheim eine eigene Gesellschaft zu gründen. Vor gut einem Jahr hat diese ihre Arbeit aufgenommen. und hat bereits für dieses Jahr Aufträge von 56 Millionen Euro in den Büchern. So errichtet OBG Rhein-Main in Groß-Gerau, Ladenburg und Rastatt etliche Wohnkomplexe. Mehr als 330 Miet- und Eigentumswohnungen sollen dort entstehen. In Rastatt soll zudem ein Gewerbegebiet für Ansiedlungen hergerichtet und eine Kindertagesstätte erweitert werden.

Die OBG-Gruppe beschäftigt insgesamt rund 620 Mitarbeiter. Im Jahr 2016 hat der Firmenverbund dem elektronischen Bundesanzeiger zufolge einen Umsatz von knapp 147 Millionen Euro erzielt,  nach 115,2 Millionen Euro in 2015.

FOTO: Lothar Warscheid
FOTO: Lothar Warscheid