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Insolvenz der Air-Berlin-Tochter
Niki Lauda bekommt seine alte Airline zurück

Niki Lauda hat im Ringen um die Übernahme der insolventen Niki doch noch den Airline-Riesen IAG ausgestochen.
Niki Lauda hat im Ringen um die Übernahme der insolventen Niki doch noch den Airline-Riesen IAG ausgestochen. FOTO: dpa / Barbara Gindl
Wien/Frankfurt. Der frühere Autorennfahrer will die von ihm gegründete Fluggesellschaft unter neuem Namen wieder an den Start bringen.

Niki Lauda hat das Bieter-Rennen um seine frühere Fluggesellschaft Niki gewonnen und dabei die British-Airways-Mutter IAG hinter sich gelassen. Nach dem Zuschlag durch den österreichischen Gläubigerausschuss kündigte der dreifache Formel-1-Weltmeister gestern an, dass die sanierte Gesellschaft Ende März mit zunächst 15 Maschinen an den Start gehen werde. Sie soll den neuen Namen Laudamotion tragen, sagte der Unternehmer österreichischen Medien. Die vom deutschen Insolvenzverwalter eingefädelte Übernahme der Niki durch die IAG-Tochter Vueling scheint damit hinfällig.


Der Gläubigerausschuss in Wien hatte dem einstigen Niki-Gründer am frühen Morgen nach 15 Stunden Beratung einstimmig den Zuschlag für die insolvente Air-Berlin-Tochter erteilt. Das teilten der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther und die österreichische Masseverwalterin Ulla Reisch mit. Über die Höhe des Angebots machte der neue Besitzer keine Angaben: „Es wurde Stillschweigen vereinbart zwischen den Anwälten und uns“, sagte Lauda. „Wir brauchen natürlich für 15 Flieger das ganze Personal“, kündigte der frühere Rennfahrer an. Den Beschäftigten wolle er heute ein Angebot unterbreiten.

„IAG ist enttäuscht, dass Niki nicht in der Lage sein wird, sich als Teil der Gruppe zu entwickeln und zu wachsen“, gab der IAG-Konzern (British Airways, Iberia) bekannt. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob es gegen die Entscheidung vorgehen will. Die IAG hatte mit ihrer Billigtochter Vueling im deutschen Insolvenzverfahren für Niki 20 Millionen Euro und weitere 16,5 Millionen Euro als Massekredit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes geboten. Auf Antrag des Fluggastportals Fairplane wurde aber in Österreich ein zweites Insolvenzverfahren am Landgericht Korneuburg eröffnet.



Der 68-jährige Lauda, der die Airlinie 2003 gegründet hatte und 2011 ausgestiegen war, wird sich nach Einschätzung von Experten auf das touristische Geschäft konzentrieren. „Lauda wird auf das ursprüngliche Geschäftsmodell der Niki als Ferienflieger zurückgehen. Dabei wird er versuchen, die ohnehin schon günstige Kostenstruktur noch weiter zu verbessern“, sagte Airline-Experte Gerald Wissel von der Hamburger Beratungsgesellschaft Airborne.

Der deutsch-britische Touristik-Konzern Thomas Cook kündigte zum Neustart an, bei der neuen Gesellschaft größere Sitzkontingente zu buchen, wie man es zuvor auch bei Air Berlin oder Niki getan habe. Zugleich gebe es eine Anfrage der Laudamotion, sie beim Flugbetrieb mit verschiedenen operativen Dienstleistungen zu unterstützen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Die Entscheidung für Lauda dürfte bei den 1000 Niki-Beschäftigten nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen. Betriebsratschef Stefan Tankovits war im Vorfeld des Gläubigerausschusses davon ausgegangen, dass alle 220 Piloten in diesem Fall kündigen würden. Allerdings gebe es auch positive Aspekte im nun nachgebesserten Angebot des Airline-Gründers, meinte der Betriebsratschef. Lauda habe sich zum Standort bekannt, Gesprächsbereitschaft über einen Kollektivvertrag signalisiert sowie erklärt, dass alle rund 1000 Beschäftigten ein Angebot erhalten werden, sagte Tankovits.

Misstrauen gegen den neuen, alten Besitzer äußerte die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. „Lauda war in der Vergangenheit alles andere als ein Traumarbeitgeber“, sagte ein Sprecher. Bei einer Übernahme aus einer Insolvenz sei zu befürchten, dass die ohnehin schon bescheidenen Tarifbedingungen für das fliegende Personal der Niki bei der neuen Laudamotion noch weiter verschlechtert würden.