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| 20:31 Uhr

Luftfahrt
Niki-Kunden sollen bald nach Hause kommen

Berlin. Nach der Pleite der Fluggesellschaft Niki will der Insolvenzverwalter den Schaden für die Passagiere so gering wie möglich halten.

Nach der Pleite des Ferienfliegers Niki sollen gestrandete Passagiere schnell in die Heimat zurückgebracht werden. Mehrere Fluggesellschaften wollen beim Rücktransport von bis zu 40 000 Niki-Kunden aus dem Ausland helfen. An der Aktion beteiligen sich nach Angaben des Insolvenzverwalters Condor, Eurowings, Germania, Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss und Tuifly.

Zudem erhalten fast alle Kunden, die noch mit Niki fliegen wollten, den gezahlten Flugpreis zurück oder werden umgebucht. Von 410 000 noch nicht genutzten Tickets seien 210 000 über Reiseveranstalter gebucht und würden umgebucht, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Die Inhaber der 200 000 direkt bei Niki erworbenen Tickets erhielten – sofern sie ihre Tickets nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin Mitte August 2017 erworben haben – den Reisepreis voraussichtlich voll erstattet.

Flöther kündigte an, er werde versuchen, den Geschäftsbetrieb der Air-Berlin-Tochter durch einen Schnellverkauf doch noch zu retten. So streckt die Thomas-Cook-Fluglinie Condor jetzt doch wieder ihre Fühler nach der österreichischen Airline aus. Condor wolle die Flugkapazität auf dem deutschen Markt ausbauen und prüfe weiterhin alle Optionen einschließlich des Kaufs von Niki oder Teilen des Unternehmens, sagte ein Sprecher der Airline. Dies würde auch die Sicherung von Arbeitsplätzen für den Flugbetrieb der Niki beinhalten.

Thomas Cook hatte sich bereits nach der Pleite von Air Berlin im Sommer um eine Übernahme von Niki beworben. Dabei hatte sich die Airline mit dem Gründer Niki Lauda zusammengeschlossen, Insidern zufolge aber auch allein ein Angebot abgegeben. Ein Condor-Sprecher äußerte sich nicht dazu, ob sich Thomas Cook nun allein oder zusammen mit Lauda um Niki bewirbt.

Der ehemalige Rennfahrer und Unternehmer will die Möglichkeiten einer Übernahme ausloten. „Ich versuche, so schnell wie möglich einen Termin beim Insolvenzverwalter zu bekommen, um weitere Schritte zu besprechen“, sagte der 68-Jährige. Er hatte Niki 2003 gegründet und war 2011 ausgestiegen.

Nach Angaben von Insolvenzverwalter Flöther wollen in den kommenden 14 Tagen rund 40 000 Flugreisende mit Niki ihre Heimreise antreten. Davon hatten etwa 15 500 ihre Reise selbst gebucht, die anderen 24 500 über einen Reiseveranstalter. Bei Pauschalreisen müssen sich nach deutschem Recht die Veranstalter um die Rückflüge kümmern. Condor etwa hatte angekündigt, Passagiere, die direkt bei Niki gebucht haben, kostenfrei nach Deutschland zurückzufliegen, soweit Sitzplätze verfügbar sind.

Niki hatte am Mittwochabend Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt, nachdem die Lufthansa ihr Angebot für eine Übernahme zurückgezogen hatte. Die Vorbehalte der EU-Kommission gegen den Deal wögen zu schwer, hieß es zur Begründung. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte, die von Lufthansa gemachten Zusagen seien „nicht ausreichend“ gewesen. Bei der geplanten Übernahme habe es bei mehr als 80 Strecken Bedenken gegeben. Auf 50 Strecken hätte es nur noch Lufthansa als einzigen Anbieter gegeben. Das Risiko von höheren Preisen und weniger Angeboten für die Verbraucher sei erheblich gewesen. Das Amtsgericht Charlottenburg in Berlin nahm Nikis Insolvenzantrag an. Niki habe zwar ihren Firmensitz in Wien, als Mittelpunkt des Geschäftsbetriebs sei jedoch Berlin anzusehen, hieß es.

Von der Niki-Pleite sind etwa 1000 Beschäftigte betroffen. Die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines (AUA) begannen bereits damit, Mitarbeiter von Niki zu sich zu locken. Eurowings teilte mit, Personal für ihre Stationen in Düsseldorf, Köln, Stuttgart, München, Wien, Salzburg und Palma de Mallorca zu suchen. Die AUA rief Piloten, Flugbegleiter und Techniker von Niki auf, sich zu bewerben.