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Kommentar
Nicht energisch genug

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der Strom für die Autos von morgen kommt nicht aus der Steckdose, sondern aus der Batterie. Dass Europa dabei den Anschluss verschlafen hat und heute auf die asiatischen Konzerne angewiesen ist, steht fest. Von Detlef Drewes

Der Rückschluss der EU-Kommission, jetzt alles tun zu müssen, um eine europäische Batterie-Offensive zu starten, ist richtig. Die Zurückhaltung der Allianz der Hersteller aber auch. Bei dieser Aktion machen alle alles richtig, ohne etwas zu bewirken. Die Gründe dafür liegen in der Struktur des Produkts: Gerade mal 300 000 Elektroautos sind derzeit zugelassen – zu wenig, um Milliarden-Investitionen zu rechtfertigen. Offen bleibt auch die Frage nach der richtigen Technik: aktuelle Batterien oder doch die neue Generation der Festkörperzelle. In einem Punkt hat Brüssel allerdings Recht: Europa darf den Markt nicht dauerhaft den Batterie-Königen auf dem Weltmarkt überlassen. Sonst verlieren die Chemie-, Auto- und Elektronik-Riesen Europas wichtige Chancen am Markt der Zukunft.