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Netzentgelte bringen Gewinne

Saarbrücken. Die Stadtwerke Saarbrücken wollen für den Saarbahn-Betrieb durch Riegelsberg und Saarbrücken künftig auch Regionalisierungsmittel des Bundes. Bislang sind sie für die Verluste dort allein zuständig. Lothar Warscheid

Die Stadtwerke Saarbrücken sind nach vielen verlustreichen Jahren dabei, sich in der Gewinnzone häuslich einzurichten. Im vergangenen Jahr hat der Tochterkonzern der Landeshauptstadt bei einem Umsatz von knapp 183 Millionen Euro einen Gewinn von 4,7 Millionen Euro verbucht - nach Erlösen von 177,7 Millionen Euro und einem Gewinn von 1,6 Millionen Euro in 2014. Diese Zahlen nannten gestern die Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Severin (Sprecher) und Peter Edlinger anlässlich der Bilanzvorstellung. Auch für 2016 erwarten sie "eine schwarze Null". In den Jahren zuvor hatten unter anderem der Saarbahn-Weiterbau und der Strompreisverfall für erhebliche Verluste gesorgt. Denn die Stadtwerke haben eine Strom-Eigenerzeugung von knapp 30 Millionen Kilowattstunden (kWh). Allein im Jahr 2012 waren mehr als 13 Millionen Euro an Miesen in der Bilanz aufgelaufen.


Obwohl der Strompreis an der Börse weiterhin im Keller ist, haben die Stadtwerke hier die Kurve bekommen, weil sie ihr Gas- und Dampfkraftwerke (GuD) im Saarbrücker Industriegebiet Süd langfristig an den Getriebehersteller ZF verpachten konnten und in vier ihrer fünf Blockheizkraftwerke inzwischen Biogas verbrennen. Dadurch werden diese über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gefördert. Das meiste Geld verdient der größte kommunale Versorger des Landes mit den Entgelten für seine Strom- und Gasnetze. Dieser Geschäftsbereich erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn von 19,6 Millionen Euro . Sowohl beim Strom als auch beim Gas und der Fernwärme waren die Leitungen besser ausgelastet als 2014. Der größte Verlustbringer sind der öffentliche Nahverkehr mit Bussen und Saarbahn im Raum Saarbrücken . Hier fiel 2015 ein Minus von 15 Millionen Euro an.

Beim Saarbahn-Betrieb erhoffen sich Severin und Edlinger künftig eine Entlastung. Denn die Saarbahn wird auf den Teilstrecken Lebach bis Etzenhofen und Brebach bis Saargemünd wie eine Eisenbahngesellschaft mit Regionalisierungsmitteln bezuschusst. Die Verluste, die auf den Streckenabschnitten in Riegelsberg und Saarbrücken entstehen - es sind rund sechs Millionen Euro - muss die Saarbahn selbst ausgleichen. Da die Landesregierung derzeit an einem neuen Gesetz für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) arbeitet, wollen die Saarbrücker Stadtwerke diesen "Webfehler der bisherigen Regelung beseitigen", sagt Edlinger. "Es ist nicht einzusehen, dass das gleiche Verkehrsmittel unterschiedlich behandelt wird." Neue Saarbahn-Strecken - beispielsweise nach Forbach - seien nicht geplant. Insgesamt stiegen die Einnahmen im Bus- und Bahnverkehr von 45,4 auf 47,1 Millionen Euro - bei rund 43 Millionen Fahrgästen.



Investiert wurden 2015 rund 37 Millionen Euro . Die Stadtwerke Saarbrücken beschäftigen knapp 1000 Mitarbeiter