| 20:34 Uhr

Kultur und Unternehmertum
Mozart, Musical,  Freiluft-Kino und eine neue Dinner-Show

Das Open-Air-Konzert „Klassik am See“ im Strandbad Losheim gehört für Joachim Arnold zu seinem „künstlerischen Markenkern“. Im vergangenen Jahr überraschte Dirigent Daniel Smith das Publikum, als er im „Darth-Vader“-Kostüm auftrat. In diesem Jahr findet das Konzert am 30. Juni statt. Im Mittelpunkt steht slawische Musik.  
Das Open-Air-Konzert „Klassik am See“ im Strandbad Losheim gehört für Joachim Arnold zu seinem „künstlerischen Markenkern“. Im vergangenen Jahr überraschte Dirigent Daniel Smith das Publikum, als er im „Darth-Vader“-Kostüm auftrat. In diesem Jahr findet das Konzert am 30. Juni statt. Im Mittelpunkt steht slawische Musik.   FOTO: Ruppenthal
Saarbrücken/Merzig. Joachim Arnold setzt auf eine bessere Auslastung seines Merziger Zeltpalast-Areals. Von Lothar Warscheid
Lothar Warscheid

Der Kultur-Unternehmer Joachim Arnold begrüßt, dass das Saarland auf Kulturtourismus setzt. „Doch Sonntagsreden reichen nicht. Hier muss auch Geld in die Hand genommen werden“, fordert Arnold, der unter anderem den Merziger Zeltpalast betreibt. „Das Land kann nicht nur auf die Kulturschaffenden setzen und diese wohlwollend begleiten.“ Denn die Menschen, die den Merziger Zeltpalast oder das Weltkulturerbe Völklinger Hütte besuchen, „lassen auch Geld im Land, so dass Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden“. Investitionen in Kultur „müssen daher genauso wie Industrie-Ansiedlungen unterstützt werden“. In der Realität sehe es aber so aus, „dass im armen Saarland eine einzige Institution“ – gemeint ist das Staatstheater – „so gut wie alle öffentlichen Zuschüsse von fast 30 Millionen Euro erhält“. Für andere „bleibt nichts mehr übrig, obwohl sie die gleichen Inhalte und mindestens die gleiche Qualität liefern“, schimpft Arnold.


Der Unternehmer sieht seine beiden Kulturbetriebe inzwischen finanziell stabilisiert, „nachdem ich vier harte Jahre hinter mir habe“. 2017 habe er das bisher beste Ergebnis in der Firmengeschichte erzielt und bei einem Umsatz von 1,5 Millionen Euro einen operativen Gewinn erwirtschaftet. Die Bonität sei gut, und er habe auch externe Investoren gewinnen können. Unter anderem ist die Förderbank des Saarlandes, die SIKB, mit einer stillen Beteiligung dabei. Der finanzielle Zuschuss der Stadt Merzig sei bis 2026 abgesichert. „Daher bin ich auch in der Lage, in den Zeltpalast zu investieren“, sagt Arnold. So würden unter anderem das Vorzelt vergrößert und das Hauptzelt mit neuen Planen gedeckt. Außerdem gehört ihm der Zeltpalast inzwischen wieder, nachdem er 2012 von der landeseigene Strukturholding Saar (SHS) gekauft und an ihn vermietet worden war.

Seine beiden Unternehmen firmieren unter M&T (Musik & Theater) sowie unter ACP (Arnold Circus Productions). „M&T konzentriert sich auf die drei künstlerischen Markenkerne“, sagt Arnold – das Musiktheater im Merziger Zeltpalast, die Kammermusiktage in Mettlach sowie das Open Air Konzert „Klassik am See“ im Strandbad Losheim. „ACP übernimmt alle wirtschaftlichen Aktivität“, erläutert er. Die Firma mit Sitz in Berlin vermarktet und betreibt unter anderem den Zeltpalast – inklusive der Gastronomie. Außerdem ist ACP für das Sponsoring zuständig sowie für Organisation von Tourneen und Gastspielen.

Im Zeltpalast plant Arnold für den Spätsommer die Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ sowie seinen Musical-Klassiker „The Addams Family“. Um das Areal der Zeltstadt besser auszulasten, bietet er in diesem Sommer wieder Freiluft-Kino an und während der Fußball-Weltmeisterschaft ein Public Viewing. Darüber hinaus will er verstärkt dafür werben, dass der Zeltpalast auch für Firmengalas oder Familienfeste wie zum Beispiel Hochzeiten genutzt werden kann.

Neu im Angebot hat er für den Winter eine Dinnershow im Hauptzelt. „Es soll eine Mischung aus Artistik, Zauberei, Musical, Theater und Zirkus werden“, sagt er. Das Dinner selbst werde im ausgebauten Vorzelt serviert. Nach den Auftritten in Merzig will er zudem mit der „Addams Family“ auf Tournee gehen. Die Bühnentechnik sei so standardisiert worden, dass alles einfacher auf- und abgebaut werden könne.



Der Kultur-
Unternehmer Joachim Arnold.
Der Kultur- Unternehmer Joachim Arnold. FOTO: M&T / Benny Dutka