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„Modernste Verzinkerei Deutschlands“

Im Zinkkessel in der neuen Halle können pro Stunde mehr als acht Tonnen Material verarbeitet werden. Foto: Rolf Ruppenthal
Im Zinkkessel in der neuen Halle können pro Stunde mehr als acht Tonnen Material verarbeitet werden. Foto: Rolf Ruppenthal FOTO: Rolf Ruppenthal
Saarlouis. In der Rekordzeit von neun Monaten zwischen Spatenstich und Einweihung hat die Coatinc Company in dem Industriegebiet Lisdorfer Berg ein neues Werk zur Feuerverzinkung, Pulver- und Nassbeschichtung edler Stahlteile errichtet. Thomas Sponticcia

Marcel Keidel kann mit einem Satz beschreiben, was der Hauptvorteil der neuen Verzinkungsanlage von Coatinc Becker im Industriegebiet auf dem Lisdorfer Berg ist: "Wir verfügen mit dem neuen Werk über ein noch effizienteres Verfahren, Stahl über Generationen hinweg zu erhalten", sagte Keidel, der Geschäftsbereichsleiter ist, gestern bei der offiziellen Eröffnung des Werkes. Die in Siegen ansässige Coatinc Company Holding hat in den Standort sieben Millionen Euro investiert. Mit weiteren drei Millionen Euro wird nach den Worten von Geschäftsführer Hans-Georg Alff der bisherige Standort in Saarlouis-Fraulautern bis Ende 2017 eine neue Nassbeschichtungslinie erhalten, die ebenfalls zur Verzinkung benötigt wird.



Das Unternehmen praktiziert auf dem Lisdorfer Berg die Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung von Stahl im 24-Stunden-Betrieb mit insgesamt 60 Mitarbeitern. Im Mittelpunkt des rund 30 000 Quadratmeter großen Grundstücks steht die 4080 Quadratmeter große Produktionshalle. In dem Zinkkessel im Zentrum der Halle können mehr als acht Tonnen Material pro Stunde verarbeitet werden.

Zu den Kunden des Unternehmens gehören alle großen Stahlhersteller, von Saarstahl über Thyssen-Krupp bis hin zu Arcelor-Mittal, aber auch zahlreiche Schlosser, die zum Beispiel Geländer und Treppenaufbauten realisieren. Das Einzugsgebiet reicht über 250 Kilometer hinweg: vom Elsass über Lothringen, Luxemburg und Belgien bis hin nach Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Mit den neuen Anlagen "verfügen wir aktuell über die modernste Verzinkerei Deutschlands", betonten Keidel und Alff. Zudem könne man jetzt den Kunden auch erheblich kürzere Produktions- und Lieferzeiten anbieten, die unter der Marke von 24 Stunden liegen.

Das neue Werk entspreche auch höchsten Umweltstandards, denn Emissionen träten nicht auf. Dies beeindruckt offensichtlich auch Umweltminister Reinhold Jost (SPD ). Er outete sich in seiner Rede als "Umweltminister, der auch ein bekennender Fan des Industrie- und Wirtschaftsstandortes Saarland ist". An der Saar sei "eine ökonomische Weiterentwicklung unter höchsten ökologischen Bedingungen möglich", sagte Jost, der Coatinc Becker als ein solch positives Beispiel ansieht.

Der Saarlouiser Oberbürgermeister Roland Henz (SPD ) würdigte das Unternehmen als "den Erfolg einer Familie über fünf Generationen hinweg". Denn der Start zu allem erfolgte vor 133 Jahren in Fraulautern. Mit dem auf dem Lisdorfer Berg erneut gezeigten Engagement sichere das Unternehmen Arbeitsplätze für die Zukunft ab. Geschäftsführer Hans-Georg Alff nannte einen weiteren Grund: "In die Verzinkungsanlage und Pulverbeschichtung mussten wir investieren, weil wir unseren eigenen Ansprüchen langfristig nicht mehr gerecht werden konnten." Die Situation in Fraulautern mit den umliegenden Wohngebieten sei für alle Beteiligten nicht mehr optimal gewesen.