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SZ-Telefonratgeber
Mit Solaranlage hohe Strompreise umgehen

Zwei Techniker installieren Solarpanelen auf einem Dach. Eine solche Anlage lohnt sich für Hausbesitzer, sagen Experten.
Zwei Techniker installieren Solarpanelen auf einem Dach. Eine solche Anlage lohnt sich für Hausbesitzer, sagen Experten. FOTO: picture alliance / dpa / Marc M¸ller
Saarbrücken. Energieberater empfehlen, die Größe der Anlage an den eigenen Verbrauch anzupassen. Auch Stromspeicher können sinnvoll sein.

Trotz der stark reduzierten Einspeisevergütung lohnen sich Solarstromanlagen. Das sagen die Energieberater der Verbraucherzentrale des Saarlandes, Werner Ehl und Klaus Danner. Sie haben Fragen zu dem Thema beantwortet:


Lohnt sich eine Solarstromanlage (PV-Anlage) auf einem Dach, das nicht nach Süden ausgerichtet ist?

Ja, obwohl man die meisten PV-Anlagen auf Süd- sowie auf Südost- oder Südwestdächern findet. Was vielfach aber nicht bekannt ist: Dächer, die nach Osten oder Westen ausgerichtet sind, liefern ebenfalls gute Erträge. Sie unterscheiden sich nur um etwa 15 Prozent.

Lohnt sich eine Anlage noch trotz der stark reduzierten Einspeisevergütung?

Ja, und zwar deshalb, weil die Strompreise inzwischen so hoch sind, dass die Anlage vor allem dann besonders wirtschaftlich ist, wenn man einen möglichst hohen Anteil im eigenen Haus verbraucht. Dies ist dann der Fall, wenn man die Anlagengröße dem Stromverbrauch anpasst („1:1-Regel“): Wer zum Beispiel einen jährlichen Verbrauch von vier Megawattstunden (MWh; entspricht 4000 Kilowattstunden) hat, sollte eine Anlage von vier Kilowatt (kW) Leistung installieren. In diesem Fall werden etwa 30 Prozent des Stroms selbst genutzt, und die Anlage hat sich nach circa 13 Jahren amortisiert, was einer Verzinsung von sieben bis acht Prozent entspricht.



Sind Stromspeicher sinnvoll?

Stromspeicher verbessern die Eigennutzung einer PV-Anlage. Auch sie sind besonders dann wirtschaftlich, wenn ihre Speicherkapazität dem Bedarf angepasst wird („1:1:1-Regel“). Zu einem Verbrauch von vier MWh und einer PV-Anlage von vier kW passt ein Speicher mit einer Kapazität von vier Kilowattstunden (kWh). Bei einer solchen Auslegung nutzt man 50 bis 60 Prozent des erzeugten Stroms im eigenen Haus, und die Investition amortisiert sich in circa 20 Jahren, was einer Verzinsung von fünf Prozent entspricht.

Sind PV-Anlagen geeignet, Wärmepumpen oder Nachtstromspeicherheizungen zu betreiben?

Dies scheint nur auf den ersten Blick vielversprechend. Es scheitert jedoch bei genauerem Hinsehen daran, dass PV-Anlagen in den Hauptwintermonaten Januar und Dezember nur jeweils zwei Prozent des Jahresertrages bereitstellen – also viel zu wenig, um nennenswert Heizstrom liefern zu können.

Lohnt sich ein Stromspeicher bei einer älteren PV-Anlage, bei der noch eine hohe Einspeisevergütung gezahlt wird?

Nein. In diesem Fall ist es entweder sinnvoller abzuwarten, bis die hohe Einspeisevergütung nach 20 Jahren abgelaufen ist, oder, falls der Strompreis über die Einspeisevergütung steigt, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchzuführen. Nach Ablauf der 20 Jahre wird die Nachrüstung eines Speichers wahrscheinlich lukrativ sein.

Wo kann ich mich hinwenden um zu beurteilen, ob sich eine Solarstromanlage auf meinem Dach lohnt?

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes berät private Verbraucher bei allen Fragen zu regenerativen Energien. Interessenten können sich anmelden unter den Telefonnummern (0681) 5 00 89-15 oder unter (0800) 8 09 80 24 00 (kostenfrei).

Weitere Informationen zu Beratungsterminen und Beratungsorten der Verbraucherzentrale gibt es im Internet unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder www.vz-saar.de.