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Millionen unsicherer Autoschlüssel

Rund 100 Millionen Autos können Forschern zufolge von der Sicherheitslücke bei Funkschlüsseln betroffen sein. Foto: dpa
Rund 100 Millionen Autos können Forschern zufolge von der Sicherheitslücke bei Funkschlüsseln betroffen sein. Foto: dpa FOTO: dpa
Hamburg. Forscher haben Sicherheitslücken bei Autoschlüsseln von 15 Herstellern festgestellt. Sie konnten Funksignale abfangen, reproduzieren und schließlich die Autos öffnen. afp

Der Autoschlüssel als Diebstahlshelfer: Forscher haben einem Bericht zufolge Sicherheitslücken bei den per Funk funktionierenden Schlüsseln vieler Autohersteller ausgemacht. Kriminelle könnten deren Verschlüsselung teils ganz einfach knacken und so etwa Türen und Kofferraum öffnen oder die Alarmanlage deaktivieren. Besonders betroffen sei VW , berichtete das Recherchenetzwerk von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung".


Nach ersten Schätzungen könnten weltweit rund 100 Millionen Autos betroffen sein, wie Forscher Timo Kasper sagte. Er und seine Kollegen konnten die Funkfunktion zur Türöffnung bei 15 Marken überwinden, darunter bei Modellen von Opel , Ford und Fiat .

Ein Autoschlüssel sendet auf Knopfdruck ein Signal an den Wagen. Dort wird es entschlüsselt und der Befehl wird ausgeführt. Die Forscher fingen die Funksignale ab und reproduzierten sie. Bei VW-Modellen genügte laut Bericht ein einziger Mitschnitt des Signals; bei Modellen etwa von Opel , Citroën , Fiat , Ford, Mitsubishi oder Nissan mussten die Forscher mindestens vier unterschiedliche Funksignale des Originalschlüssels abfangen. Die Hersteller nutzen alle einen Chip des niederländischen Herstellers NXP mit derselben Verschlüsselungstechnik.

Volkswagen erklärte gegenüber NDR, WDR und "SZ", die Untersuchungen zeigten, "dass die Sicherheitssysteme der bis zu 15 Jahre alten Fahrzeuge nicht das gleiche Sicherheitsniveau aufweisen wie beispielsweise unsere aktuellen Fahrzeuge". Die Sicherheitslücke zu beheben ist schwierig, weil die Chips fest in den Autoschlüsseln verbaut sind. Forscher Timo Kaspers rät Autobesitzern: "Sicher lässt sich das Kopieren des Funksignals nur vermeiden, wenn man das Auto am Türschloss mit dem Schlüssel aufschließt und auf die Funkfernbedienung komplett verzichtet."

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärte, für die Leistung der Versicherung mache es grundsätzlich keinen Unterschied, wie schnell oder einfach ein Auto geknackt wurde. Wie oft bei Autodiebstählen Funksignale manipuliert wurden, geht aus den Statistiken der Versicherungswirtschaft demnach nicht hervor. Im Jahr 2014 wurden laut Verband 17 895 versicherte Autos gestohlen, rein rechnerisch passiert so ein Diebstahl also alle 30 Minuten.



Zum Thema:

Auf einen Blick Mutmaßlich betroffene Modelle ab Baujahr 1995 laut "Süddeutscher Zeitung" und ARD : Audi : A1, Q3, S3, TT, R8. VW : Amarok, Beetle, Bora, Caddy, Crafter, Eos, Fox, Golf 4, 5, 6 und Plus, Jetta, Lupo, Passat, Polo, Transporter T4 und T5, Scirocco, Sharan, Tiguan, Touran, Up. Seat : Alhambra, Altea, Arosa, Cordoba, Ibiza, Leon, MII, Toledo. Skoda: City Go, Roomster, Fabia 1 und 2, Octavia, SuperB, Yeti. Fiat : Punto (Typ 188), 500, Abarth 500, Bravo, Doblo, Ducato, Fiorino, Grande Punto, Panda, Punto Evo, Qubo. Alfa Romeo : Guilietta (Typ 940). Lancia : Delta (Typ 844), Musa. Mitsubishi : Colt (Z30). Citroën : Nemo, Jumper. Opel : Astra H, Corsa D, Vectra C, Combo, Meriva, Zafira. Ford: Ka (RU8). Dacia: Logan II, Duster. Renault : Clio, Modus, Trafic, Twingo, Master. Nissan: Micra, Pathfinder, Navara, Note, Qashqai, X-Trail. Peugeot : Boxer, Expert, 207. red