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Air-Berlin-Übernahme
Lufthansa kommt EU-Kommission entgegen

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa.
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa. FOTO: dpa / Daniel Bockwoldt
Brüssel/Frankfurt. Im Kampf um die Übernahme der Reste der Air Berlin will die Lufthansa auf einige ihrer bisherigen Landerechte verzichten.

() Im wettbewerbsrechtlichen Kampf um die Übernahme großer Teile der Air Berlin hat die Lufthansa weitgehende Zugeständnisse gemacht. Kurz vor Ablauf der Frist habe das Unternehmen der EU-Kommission angeboten, auf substanzielle Start- und Landerechte an großen Flughäfen zu verzichten, bestätigte am Freitag eine mit dem Verfahren vertraute Person. Dem Vernehmen nach will die Lufthansa auf Slots der Air-Berlin-Tochter Niki etwa in Düsseldorf, Berlin oder Palma de Mallorca verzichten. Die Frist für eine Entscheidung verlängere sich nun bis zum 21. Dezember, teilte die Kommission mit. Der Frankfurter Dax-Konzern will mit den Teilgesellschaften LG Walter und Niki für 210 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil des Flugbetriebs von Air Berlin mit 81 Jets und den Verkehrsrechten übernehmen.


Unterdessen erwartet die Lufthansa wegen der hohen Ticketpreise in den nächsten Monaten immer frühzeitigere Buchungen. Man habe nach dem Ausscheiden des Konkurrenten Air Berlin am Preissystem nichts geändert. Es sei aber wegen der erhöhten Nachfrage im Dezember weiter so, dass günstige Klassen für die jeweilige Verbindung früher ausverkauft seien und dann nur noch teurere Tickets angeboten würden, erklärte ein Sprecher. Die jeweilige Größe der 17 Buchungsklassen sei nicht verändert worden, so dass der Erlös für einen voll besetzten Flieger gleich bleibe. Höhere Durchschnittspreise erziele man nur dadurch, dass man zusätzliche Kapazitäten in den Markt gegeben habe, um die von Air Berlin nicht mehr angebotenen Flugleistungen zu ersetzen. Diese Plätze seien wegen kurzer Fristen zwischen Angebot und Flug in durchschnittlich höheren Preisklassen verkauft worden.