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Land will Flüchtlinge schnell in Arbeit bringen

Saarbrücken. Saar-Arbeitsministerin Anke Rehlinger ist noch nicht zufrieden mit der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Dennoch erkennt sie an, dass im Saarland schon einiges geleistet wurde. Lothar Warscheid

Das Land macht weiter Druck, um Flüchtlinge möglichst schnell in den saarländischen Arbeitsmarkt zu integrieren. Das betonte Arbeitsministerin Anke Rehlinger (SPD ) gestern im Sommergespräch, in dem sie Bilanz über das bisher Geleistete zog und weitere Aktionen ankündigte. Das Saarland tue einiges, doch manche Bundesbehörden seien hier eher langsam unterwegs, kritisierte Rehlinger. So erinnerte sie daran, dass das Land aus eigenen Mitteln 1,5 Millionen Euro für Einsteiger-Deutschkurse aufgewendet habe. In mehr als 100 Kursen seien rund 2000 Flüchtlinge mit den Grundlagen der deutschen Sprache vertraut gemacht worden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hinke allein im Saarland mit Integrationskursen für rund 3300 Flüchtlinge hinterher. "Wir brauchen eine flächendeckende Ausweitung des Kursangebots - und zwar dringend", forderte die Ministerin. Das Erlernen der deutschen Sprache sei die wichtigste Voraussetzung, um in der Arbeitswelt Fuß zu fassen.


Zu dem Aktionsplan gehört auch öffentlich geförderte Beschäftigung, die das Land in diesem und im kommenden Jahr mit insgesamt 1,6 Millionen Euro unterstützt. Insgesamt werden mit diesem Geld 640 Ein-Euro-Jobs finanziert. Neben der täglichen Arbeit - zum Beispiel in kommunalen Bauhöfen - sollen diese Menschen allerdings auch beruflich qualifiziert werden.

Mit 350 000 Euro fördert das Land zudem das sogenannte Beschäftigungs-Coaching für Zugewanderte. In einigen Landkreisen und im Regionalverband Saarbrücken haben diese "Trainer" schon die Arbeit aufgenommen. Sie haben die Aufgabe, den Zugewanderten den Weg in den Arbeitsmarkt zu ebnen. Das können Hilfen beim Gang zur Arbeitsagentur und anderen Behörden sein, aber auch die Unterstützung bei Vorstellungsgesprächen.



Auch die Clearingstelle "Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven", die an der Landesaufnahmestelle in Lebach angedockt ist, "wurde aufgestockt", sagte Rehlinger. Mehr als zehn Frauen und Männer sind inzwischen dort beschäftigt. Sie können 200 Flüchtlinge pro Woche ansprechen, um herauszufinden, welche Qualifikationen sie haben, um sie möglichst schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Derzeit sind im Saarland mehr als 12 000 erwerbsfähige Frauen und Männer unter den Flüchtlingen registriert. Davon sind nach Angaben des Ministeriums acht Prozent, Akademiker, drei Prozent mit schulischer Ausbildung und 80 Prozent ohne formale Berufsausbildung. Von den übrigen fehlen die Angaben.