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Kommentar
Schluss mit Verzögerungen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Bei den doppelten Sozial-Beiträgen auf Direktversicherungen muss die Politik endlich die Fehlentscheidung von 2004 wieder zurücknehmen. Es ist vollkommen unbegreiflich, wieso diejenigen Arbeitnehmer zur Kasse gebeten werden, die die Altersvorsorge über den Betrieb abgeschlossen haben, während all die, die privat in eine Lebensversicherung investieren, ungeschoren davonkommen. Von Joachim Wollschläger
Joachim Wollschläger

Das größte Drama dabei ist die Tatsache, das viele der Betroffenen erst merken, wie ihnen die Politik mitgespielt hat, wenn es zu spät ist, nämlich, wenn sie vom fest verplanten Ruhegeld einen Großteil gleich wieder abgeben müssen. Und weil unter anderem auch Hauskredite mit den garantierten Erträgen abgesichert waren, geht es bei manch einem an die Existenz. Ganz zu schweigen davon, dass die Betroffenen am Ende mehr übrig hätten, wenn sie ihr Geld einfach unter das Kopfkissen gelegt hätten.


Besonders perfide ist die Tatsache, dass die betroffenen Direktversicherungen auf Druck der Politik abgeschlossen wurden. Denn die drängte Arbeitnehmer, sich eine private Altersvorsorge aufzubauen – um dann zu kassieren.