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Wiesbaden
Inflation zieht Verbrauchern mehr Geld vom  Sparbuch

Wiesbaden. Die Preise in Deutschland steigen wieder. Im Oktober kletterte die Jahresinflation nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes auf 2,5 Prozent. dpa

Es war der höchste Stand seit September 2008 – dem Jahr der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise.


Vor allem gestiegene Energiepreise heizen die Teuerung an. Verbraucher spüren das beim Tanken und Heizen. So lag beispielsweise der Preis für 100 Liter Heizöl im bundesweiten Schnitt Anfang Oktober nach Angaben verschiedener Internet-Preisportale bei mehr als 82 Euro (bei Abnahme von 3000 Litern, inklusive Mehrwertsteuer). Zuletzt war im Juni 2014 ein derart hohes Niveau erreicht worden. Deutlich tiefer in den Geldbeutel greifen mussten auch Autofahrer. Nach Berechnungen des ADAC erreichten die Spritpreise im Schnitt im Oktober einen neuen Jahreshöchststand. Neben dem zeitweise gestiegenen Ölpreis treiben der Branche zufolge auch die niedrigen Wasserstände der Flüsse die Energiekosten. Schiffe können nur noch halb so viel oder noch weniger Benzin, Diesel und Heizöl transportieren wie gewohnt.

Die Inflation schmälert zwar die Löhne, frisst aber die Erhöhungen nicht komplett auf. Nach jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes sind die Löhne im Schnitt zuletzt erneut stärker gestiegen als die Verbraucherpreise. Nach Abzug der Inflation hatten die Beschäftigten demnach im zweiten Quartal 0,5 Prozent mehr Geld in der Tasche als ein Jahr zuvor. Allerdings stiegen die Verdienste in einzelnen Branchen unterschiedlich stark.



Sparer, die ihr Geld trotz mickriger Zinsen als Tages- oder Festgeld parken, bekommen die Inflation immer stärker zu spüren. Sie verlieren Geld. Nach Berechnung der Comdirect lag der Realzins – also der tatsächliche Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate – im dritten Quartal 2018 auf dem historischen Tiefstand von minus 1,92 Prozent. Andererseits profitieren Hausbauer von vergleichsweise günstigem Baukrediten. Die Europäische Zentralbank will die Wende hin zu höheren Zinsen frühestens im Herbst 2019 einläuten.