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Haus- und Wohnungspreise
Immobilienkauf wird immer teurer

Saarbrücken. Im Saarland hält die Nachfrage nach Häusern und Eigentumswohnungen an. Das erwartet der Immobilienverband Deutschland. Von Volker Meyer zu Tittingdorf
Volker Meyer zu Tittingdorf

Die Preise für Wohnimmobilien kennen im Saarland nur eine Richtung: nach oben, vor allem in den Städten Saarbrücken, Saarlouis, St. Wendel und Homburg sowie extrem in Merzig – wegen starker Nachfrage aus Luxemburg. Um durchschnittlich 6,75 Prozent verteuerten sich Einfamilienhäuser in den vergangenen zwölf Monaten, teilte der Immobilienverband Deutschland Region West (IVD) am Freitag mit. Grundlage für den Immobilien-Preisspiegel sind abgeschlossene Kauf- beziehungsweise Mietverträge in 14 saarländischen Kommunen.


Der Verbandsvorsitzende Burkhard Blandfort erwartet, dass der Trend anhält – nicht nur wegen der anhaltend niedrigen Zinsen, die Investitionen in Immobilien interessant machen. Er beobachtet „zwei sehr stabile Gruppen von Käufern“, die für eine dauerhafte Nachfrage sorgen: zum einen die recht große Zahl der in den 90er Jahren Geborenen, die Kinder der Baby-Boomer, die gut ausgebildet sind und jetzt an Hauskauf oder -bau denken. Hinzu komme die Gruppe der Menschen im Alter von 50 plus, die ihr Einfamilienhaus verkaufen, weil es für sie zu groß und im Unterhalt zu aufwendig geworden ist, und die nun in den städtischen Zentren Eigentumswohnungen erwerben. Beide Käufertypen stünden finanziell gut da. Entsprechend hoch ist offenbar die Bereitschaft, für die Wunsch-Immobilie entsprechend höhere Preise zu zahlen. Darüber hinaus haben auch professionelle Investoren das Saarland entdeckt, nachdem die umliegenden Märkte etwa in Mainz oder Trier immer weniger Chancen für lukrative Investments bieten.

Gerade bei den einfach und den sehr gut ausgestatteten Einfamilienhäusern verzeichnet der Maklerverband kräftige Anstiege in den städtischen Zentren: in Saarbrücken um 13 Prozent für einfache Häuser, um zehn Prozent für luxuriöse, in St. Wendel sind es 14 beziehungsweise zwölf Prozent, in Saarlouis 13 und 14 Prozent, in Homburg bei den sehr gut ausgestatteten 15 Prozent. Für ein gut ausgestattetes Eigenheim muss man laut IVD-Daten mit 450 000 Euro rechnen, in Saarlouis mit 390 000 Euro.



Bei den Eigentumswohnungen fallen besonders St. Wendel und Homburg mit starken Preisanstiegen zwischen acht und 16 Prozent auf. In Merzig schossen die Preise für gute Eigentumswohnungen sogar um 18 Prozent nach oben. Aber nur für gute. Eigentumswohnungen mit einfacher oder mittlerer Ausstattung sind gar nicht teurer geworden. Dafür interessierten sich die Luxemburger offenbar nicht. Hier zeigt sich vielmehr der allgemeine Trend, dass in ländlichen Regionen die Preise für Eigentumswohnungen gar nicht oder nur wenig anziehen. In Dillingen zogen die Preise nur um durchschnittlich zwei Prozent an, in Heusweiler gab es ein Plus zwischen zwei und vier Prozent. Auch fällt der Anstieg bei Hauskäufen in ländlicheren Regionen deutlich geringer aus in den größeren Städten. Im Raum Heusweiler legten die Hauspreise gerade mal zwischen drei und fünf Prozent zu, in Wadern zwischen drei und sieben Prozent. Ganz schwierig ist der IVD-Analyse zufolge auf dem Land die Vermarktung von übergroßen Immobilien, zum Beispiel von ehemaligen Gaststätten.

Ähnlich ist das Stadt-Land-Gefälle bei den Mieten. Am günstigsten lassen sich Wohnungen in Wadern und Merzig anmieten. Hier liegt die Kaltmiete für eine etwa 70 Quadratmeter große, einfach ausgestattete Drei-Zimmer-Wohnung bei 4,50 Euro. Am teuersten ist das Mieten in Saarbrücken: Zwischen sechs und elf Euro pro Quadratmeter müssen Mieter bezahlen.

Burkhard Blandfort, Immobilienmakler aus Saarlouis und Vorsitzender des Immobilienverbands Deutschland Region West.
Burkhard Blandfort, Immobilienmakler aus Saarlouis und Vorsitzender des Immobilienverbands Deutschland Region West. FOTO: BeckerBredel