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Konflikt bei Saarbrücker Gießerei
IG Metall: Neue Halberg Guss steht still

Das Werk der Neuen Halberg Guss in Saarbrücken.
Das Werk der Neuen Halberg Guss in Saarbrücken. FOTO: dpa / Oliver Dietze
Saarbrücken. Die Neue Halberg Guss (NHG) hat am Montag in Saarbrücken keine Teile gegossen. Am Dienstag komme auch die Produktion in Leipzig zum Erliegen, sagte Patrick Selzer, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall in Saarbrücken. Von Volker Meyer zu Tittingdorf
Volker Meyer zu Tittingdorf

Der Grund ist nicht etwa ein Streik in dem massiven Konflikt zwischen Belegschaft und Geschäftsführung: Es sei vielmehr kein Schrott angeliefert worden, sagte Selzer. Schrott ist der wichtigste Rohstoff der Motorblock-Gießerei. Wann und ob die NHG wieder Schrott bekomme, ist laut Selzer offen. Die Unternehmensführung wollte sich nach Angaben eines Sprechers nicht äußern.


Nach Einschätzung Selzers hat die NHG Rechnungen der Lieferanten nicht bezahlt. Schrott gebe es nur noch gegen Vorkasse. Der ganze Vorgang „ist suspekt“, sagte der Gewerkschafter. Er hält es für keinen Zufall, dass die Kunden der Gießerei vorerst keine Teile erhalten. Was aber dahintersteckt, darüber kann er nur spekulieren. Selzer vermutet, dass der NHG-Eigentümer, die Prevent-Gruppe, die verbliebenen Kunden, vor allem Deutz und General Motors, unter Druck setzen und indirekt in den Verhandlungen über den Verkauf der Gießerei einen höheren Preis durchdrücken will. Nach der Devise: Versprechen die NHG-Kunden einem künftigen Käufer höhere Preise für Teile, kann Prevent einen höheren Betrag vom Investor verlangen. Lassen sich die Kunden darauf ein, werden die Schrott-Lieferanten wieder bezahlt.

Nach wie vor droht bei der NHG ein Abbau von rund 430 Stellen in Saarbrücken und die Schließung des Werks in Leipzig.